Mathias Mühlbacher bei WM unter den Top 10

Ferdinand Hauck

Das Bayreuther Nationalmannschaftsmitglied Mathias Mühlbacher ist bei der Weltmeisterschaft im Segelkunstflug im rumänischen Deva auf dem neunten Platz der Advanced-Klasse gelandet. Das ist bei seiner dritten WM-Teilnahme die erste Top-Ten-Platzierung. Die deutsche Nationalmannschaft wurde Dritter der Mannschaftswertung.


Bereits beim Losen der Startreihenfolge für den ersten Tag traf es Mühlbacher mit der Nummer 1: Der 35-jährige durfte die WM eröffnen. Dabei war er leicht grippegeschwächt nach Rumänien gereist und wusste bei der Anreise noch nicht, ob er überhaupt würde starten können. Fliehkräfte von bis zu neunfacher Erdbeschleunigung erfordern einen topfitten Piloten.

Per WhatsApp hielt Mühlbacher die Kameraden daheim auf dem laufenden und berichtete, dass er bei den Figuren mit den größten Fliehkräften bewusst das Maximum nicht ganz ausgereizt hat. Ein dreizehnter Tagesplatz war schließlich das Ergebnis der freien bekannten Aufgabe, während sein Teamkollege Stefan Zistler mit einem deutschen Tagessieg auftrumpfen konnte.

Am zweiten Tag lief es wesentlich besser: Der dritte Tagesplatz für Mühlbacher bei der ersten unbekannten Aufgabe spülte ihn im Gesamtklassement bereits in die Top Ten.

Bei der freien unbekannten Aufgabe am dritten Wertungstag bestätigten sich die hohen Erwartungen, die Mühlbacher mit dem Erfolg vom Vortag gesetzt hatte: Mit einem fünften Tagesplatz blieb er an der Spitzengruppe dran, wenngleich sich die Polin Patrycja Pacak mit drei Podestplätzen bereits ein Stückchen abgesetzt hatte.

Ein erneuter dreizehnter Rundenplatz im vierten Programm, der zweiten unbekannten Aufgabe, machte allerdings klar, dass es für einen Platz im ganz vorderen Bereich nicht reichen würde.

"Die erste Figur überlebt, aber leider 5-10 Grad Richtungsfehler eingebaut. Dies schaut zwar am Papier ganz nett aus, aber man muss sich vorstellen, dass man erst 45 Grad nach unten fliegt und dann seinen Richtungsvektor durch ziehen um 180 Grad drehen muss, so dass man 45 Grad nach oben im Rücken noch eine Linie zeigen, halbe Rolle fliegen und wieder Linie zeigen kann. Das heißt man geht 45 Grad runter und geht dann unten bei ca. 270 km/h mit 6-7 g gezogen in den Rücken[flug] 45 Grad nach oben." beschrieb Mühlbacher anschließend seinen Flug in der WhatsApp-Gruppe.




Das fünfte Programm brachte ihm ein paar Strafpunkte wegen Verlassens des vorgegebenen Wettbewerbsfeldes ein, so dass Mühlbacher diesen Tag nur als sechzehnter verbuchen konnte.

Leider lief es am letzten Tag auch nicht besser, wieder stand für Mühlbacher nur ein sechzehnter Tagesplatz auf der Ergebnisliste, was in der Gesamtwertung Rang neun bedeutete. Schwierig war der Tag aber vor allem für seinen Teamkameraden Stefan Zistler: Mit den vorherigen fünf Wertungen war er auf Silberkurs gelegen, doch ein elfter Tagesplatz ließ ihn mit Gesamtrang vier aus den Medaillenrängen fallen. Weltmeisterin wurde schließlich Patrycja Pacak aus Polen.

Umso wichtiger war für die Deutschen die Team-Bronzemedaille hinter Gastgeber Rumänien und Frankreich. Als zweitbester Deutscher konnte Mathias Mühlbacher hierzu erheblich beitragen und doch noch Edelmetall mit heim nehmen.

In der parallel ausgetragenen Wertungsklasse Unlimited kamen mit Eugen Schaal als Vizeweltmeister und Michael Spitzer als Dritter gleich zwei Deutsche aufs Treppchen hinter dem Ungarn Ferenc Tóth. Mit den Einzelplätzen 2, 3 und Tobias Hackel auf Rang sechs konnte sich die deutsche Nationalmannschaft hier den Teamweltmeistertitel vor Polen und Österreich holen.