Neues von der Segelkunstflug-WM in Polen

Vereinsmitglied und Teilnehmer Mathias Mühlbacher über die Trainingsphase

Ferdinand Hauck

Seit Montag ist deutsche Segelkunstflug-Nationalmannschaft nun komplett in Torun angekommen. Eugen Schaal und Eberhard Holl sind direkt von den World Games in Breslau angereist, wo sie den deutschen Segelflug vertreten durften. Ich bin bereits im Konvoi am Samstag angereist, nach 11 Stunden waren wir um 21 Uhr im schönen Torun angekommen. Auf den Autobahnen und Schnellstraßen gibt es teils private, teils staatliche Maut, soweit wir das verstanden haben und die Straßen waren alle im perfekten Zustand. Inzwischen ist das große deutsche Camp aufgebaut und bis auf WLAN auch alles vorhanden. Somit starteten wir am Sonntag die Trainingsflüge.

Das Advanced-Team wurde auch kurz vor der WM durch ein intensives Trainingslager in Hayingen mit vielen Flügen von 1. bis 9. Juli vorbereitet. Der Flugplatz hier ist riesig mit zwei Asphaltbahnen in T-Anordnung und großer Grasbahn, auch die weißen Bodenmarkierungen der Box sind hervorragend aus der Luft zu erkennen. Die Hauptasphaltpiste liegt genau in der Mittelachse der Box, kann also gut zur Orientierung genutzt werden, falls man aus einer Aufwärtsfigur wieder nach unten kommt, wo man zeitweise keinen Blickkontakt zur Erde hatte. Sobald dann wieder Boden sichtbar wird, helfen diese deutlichen Linien sehr gut sich schnell zu orientieren und eventuelle Winkelfehler auszugleichen. Fast parallel zum Flugplatz verläuft die Weichsel gut sichtbar und im Osten grenzt direkt die Stadt Torun an.

Nachdem beim ersten Trainingsflug vor allem die Orientierung trainiert wurde, konnte ich noch zwei weitere machen, eine war gut, der zweite leider nicht. Also hoffe ich auf den Spruch mit Generalprobe, die daneben ging... Heute war bereits Registrierung und Dokumentenkontrolle, hoffentlich gibt es noch einen Trainingsflug mit den sogenannten Höhenboxen. Jedes Flugzeug bekommt eine Box, welche die Höhe und die seitlichen Boxgrenzen überwacht und aufzeichnet. Seitliche Ausdehnung der Box ist 1000 m x 1000m. In der Höhe darf zwischen 1200 m und 200 m geflogen werden. Man wird auf 1250 m geschleppt und hat 50 m um sich in der Box für seinen jeweiligen Startpunkt, abhängig von Wind und Programm, zu positionieren. Die Box piept dabei im Cockpit über 1200 m und unter 200 m. Unter 200 m kann noch geflogen werden, gibt aber ordentlich Strafpunkte. Unter 100 m kommt die Disqualifikation. Heute werden noch die Schiedsrichter theoretisch und praktisch getestet sowie standardisiert. Hierfür werden extra Flüge vorgeflogen, welche bestimmte kleine Fehler enthalten.

Geschleppt wird übrigens überwiegend mit gut motorisierten Moranes. Montagabend kam eine Remo mit D-E und Bayreuther Design eingeschwebt, dabei dachte ich kurzfristig schon an Besuch aus Bayreuth?! Es war dann doch eine polnische Remo mit etwas anderem Klang: Unter der Haube ist ein Sechszylinder mit 235 PS! Fliegen hier macht Spaß, es gibt auch keine Probleme, denn irgendwie funktioniert jeder Flugplatz ja gleich und der Ausblick beim ersten Start auf Torun und Weichsel hat sich absolut gelohnt! Ansonsten ist es auch sehr spannend die Größen des Segelkunstflugs persönlich kennen zu lernen, die man bisher nur als Namen kannte.

Heute ist noch das Eröffnungsbriefing und ab morgen könnte es dann ernst werden, sofern es das Wetter zulässt. Wird auf jeden Fall sportlich mit der B4 gegen die Armada von Swift, FOX und SZD.

Leider weiß ich nicht, wie ich während des Wettbewerbs zum Schreiben komme, daher findet Ihr hier hoffentlich zahlreiche Neuigkeiten aus Torun:

Blog der Nationalmannschaft:

https://segelflug.aero/blog/category/2017/wm-segelkunstflug

 

Facebook des Teams:

https://m.facebook.com/germanglideraerobaticteam/?refid=13

 

Homepage des Veranstalters:

http://wagac2017.com

 

Ergebnisse:

http://www.civa-results.com/2017/WAGAC17/indexpage.htm

 

Anbei noch ein paar Fotos, leider von den Tagen mit schlechtem Wetter, da ich an den guten Tagen mit Fliegen beschäftigt war ;-)