Bundesliga-Rundenbericht 02/2019

LSG-Piloten klettern auf Bundesliga-Rang zwei, alte Kontrahent auf eins

Ferdinand Hauck

Lange sah es so aus, dass die zweite Saisonrunde zu einem Debakel für die Bundesligapiloten der Luftsportgemeinschaft Bayreuth werden könnte. Am Ende durften sich die Flieger vom Bindlacher Berg doch noch über einen 5. Rundenplatz freuen, der sogar für den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga reicht.


Am ersten Tag des Wochenendes verhinderten viele Schauer einen Start von Bayreuth aus. Verwundert stellte die Mannschaft aber fest, dass die neuen hochmotivierten Lokalrivalen aus Erbendorf dennoch ein Flugzeug in die Luft brachten und damit sogar eine annehmbare Wertung bei einem Flug entlang der tschechischen Grenze einreichen konnten. Das konnten die Bayreuther nicht auf sich sitzen lassen.


Trotz anhaltendem Regen am Sonntagvormittag verabredeten sich fünf Piloten für den späten Nachmittag. Die Hoffnung war anfänglich größer als die Wettervorhersage zuließ. Noch in leichtem Nieselregen mussten die Piloten die Flugzeuge fertig machen. Erst nach 15 Uhr starteten bei noch sehr niedrigen Wolken kurz hintereinander Alexander Müller, Andreas Baier, Heiko Hertrich, Bernd Löser und Georg Baier. Müller erwischte gleich eine paar gute Aufwinde und konnte bei seinem Flug Richtung Bamberg bessere Bedingungen an die Folgenden melden.


Die Wolkenhöhe stieg Richtung Westen zunehmend an und auch die Aufwindstärke erreichte mit durchschnittlich 3 Meter pro Sekunde sehr gute Werte. Müller konnte seinen Flugweg nach Würzburg ausdehnen, wohingegen Andreas Baier und Hertrich durch einen starken Schauer bei Bamberg eher Richtung Rhön verschlagen wurden. Auch Georg Baier folgte diesem Weg etwas später. Löser hatte Probleme den Anschluss an die gute Thermik im Westen zu finden und musste unverrichteter Dinge wieder zurück nach Bayreuth kehren.

Nach einer Stunde Flugzeit trafen die vier verbliebenen Piloten auf großflächige Abschattungen und traten deshalb den Rückflug nach Bayreuth an. Dieser gelang allen aber so schnell, dass die minimale Wertungszeit für einen Bundesligaflug bei einer sofortigen Landung nicht voll genutzt werden würde. Da auch ein Weiterflug nach Osten über Bayreuth hinaus wegen kräftiger Regenschauer über dem Fichtelgebirge keine Aussicht auf Erfolg haben würde, musste das Team taktisch abwiegen: Sollten sie nochmals nach Westen fliegen und damit das Risiko einer Außenlandung wegen nachlassender Thermik eingehen? Oder sollten sie eine direkte Landung in Bayreuth vorziehen und damit eine sichere Wertung auch ohne optimale Ausnutzung der Wertungszeit akzeptieren? Nach Absprache über Funk wurde entschieden, dass drei Piloten die Risikovariante auf sich nehmen und nur einer zur Absicherung einer Mindestwertung sofort landete.


Andreas Baier flog daraufhin zurück und sicherte so mit erzielten 69,2 km/h zumindest eine Minimalwertung für die LSG. Müller, Hertrich und Georg Baier wendeten schon bei Lichtenfels, um nicht wieder in die schwäche Thermik zu gelangen. Ihr Kurs nach Westen bis in die Gegend von Bad Königshofen ging noch gut. Wie zu erwarten war, gestaltete sich der folgende Rückweg nach Bayreuth spannend. Schwächer werdende Aufwinde und mehrere Regenschauer zwangen sie zu Umwegen. Erst unter den letzten Aufwind anzeigenden Wolken bei Thurnau konnten sie die notwendige Höhe erzielen, um sicher nach Bayreuth zurück zu kehren. Kurz hintereinander landeten Müller (97,5 km/h), Hertrich (88,9) und Georg Baier (73,9) nach knapp drei Stunden Flugzeit.


Erfreulich ist das Mannschaftsergebnis von 260,3 km/h, welches für den fünften Rundenplatz reicht und damit 16 Punkte für die Tabelle erzielt. Der Hauptkonkurrent des letzten Jahres, Luftsportring Aalen kann mit 283,1 km/h den Rundensieg erfliegen und sich mit nunmehr 37 Punkten auf Tabellenplatz eins, drei Punkte vor Bayreuth, setzen. Sehr gut setzt sich auch der Aeroclub Lichtenfels mit dem zweiten Rundenplatz (282,9 km/h) in Szene, wohingegen die Segelfluggruppe Steinwald aus Erbendorf mit 234,9 km/h auf dem neunten Rundenplatz nach ihrem gefeierten ersten Rundensieg letzte Woche etwas Abstriche in Kauf nehmen muss. Allerdings werden die Steinwälder bei nur zwei Tabellenpunkten Rückstand auf Bayreuth kaum nachgeben. Der Aufsteiger wird weiterhin den Meister aus Bayreuth fordern!

International wird die World-League immer beliebter und damit nimmt die Leistungsdichte zu. Wie schon in Runde 1 konnten mehrere Vereine aus Italien, Spanien, Finnland und sogar Australien in die bisherige Phalanx der amerikanischen und deutschen Mannschaften einbrechen und sich vordere Rundenplätze sichern. Rundensieger und damit auch neuer Tabellenführer wurde mit 373,6 km/h der Aeroclub Adele Orsi aus Varese in Norditalien, gefolgt von Moriarty Soaring (USA, 347,8) aus New Mexico und dem Aeroclub Pavullo (324,2) aus dem italienischen Appenin-Gebirge. Bayreuth sichert sich mit Platz 17 noch 24 Punkte und steht damit auf Tabellenplatz vier, einen Punkt hinter dem bundesdeutschen Zweitligisten Fliegerclub Eichstätt.