Bundesliga-Rundenbericht 03/2019

Bundesliga-Tabellenführung für die Luftsportgemeinschaft!

Ferdinand Hauck

Der Bundesliga-Meister 2018 hat die Tabellenführung in der dritten Saisonrunde 2019 zurückerobert. Bei Punktgleichheit mit dem Dauerrivalen LSR Aalen zwar äußerst knapp, aber durch die Gesamtsumme der erzielten Geschwindigkeiten doch entscheidend. Möglich war dies durch den ersten 1.000-km-Flug von Alexander Müller ab Bayreuth in dieser Saison.


Wegen der Kaltfrontpassage am Samstag, vertraute das Team in Bayreuth diesmal komplett auf den Sonntag. Tatsächlich zeigten sich aber immer noch Schauer mit Schneefall im nordbayerischen Raum bis in die Nachmittagsstunden. Nur Alexander Müller vertraute voll auf die Wettervorhersage für die Mitte und den Norden Deutschlands, wo teilweise sehr gute Aufwinde vorhergesagt waren. In der kurzen Phase etwas helleren Wetters startete er um Viertel vor zehn. In niedrigen Höhen kämpfte er sich bis in den Raum Kassel vor, wo er dann nach Magdeburg abbog. Dort setzte er einen langen Kurs bis südlich Dresden an, um nach 10-stündiger Flugzeit und fast 1100 Kilometer Flugstrecke wieder in Bayreuth zu landen. Die darin enthaltene Flugstrecke für die 2,5-stündige Bundesligawertung wurde dann mit 115,1 Stundenkilometer gewertet.


Auch Johannes Baier flog von Rudolstadt aus nach Norden in die wesentlich besseren Wetterverhältnisse und konnte 95,1 km/h erzielen. Vier weitere Piloten wollten den dritten Flug für die Mannschaftswertung von Bayreuth aus versuchen. Lange mussten sie warten, bis endlich die angesagte Thermik einen Start zuließ. Bernd Löser versuchte sofort über Kulmbach nach Norden vorzustoßen, wurde aber schon vor Kronach von starken Schneeschauern umzingelt und musste ohne gültige Wertung umkehren.


Heiko Hertrich schlug daraufhin einen nordwestlichen Kurs Richtung Lichtenfels ein. Auch er wurde von den Schauern nach unten gedrückt und musste fast in Coburg landen. Ein kleiner Sonnenfleck über der Stadtmitte von Coburg erzeugte gerade soviel warmen Aufwind, dass es Hertrich nach über einer halben Stunde in nur noch 300 Meter über Grund wieder reichte, um Anschluss an die besseren Aufwinde Richtung Rhön zu bekommen. Durch einen kurzen aber sehr schnellen Flugschenkel zwischen Meiningen und Hassfurt, sowie den folgenden Rückflug durch die Schauer nach Bayreuth gelang der dritte notwendige Flug mit 87,1 km/h Wertungs-Geschwindigkeit. Nur knapp langsamer war Wolfgang Clas (85,9), der konsequent nach Westen bis Wertheim und zurück flog. Zur Risikominimierung wollte Georg Baier in die sehr aktive Luft Richtung Regensburg fliegen. Die vielen Schauer zwangen ihn aber immer wieder zu Umwegen. Trotzdem erzielte Goerg Baier mit 80,6 km/h eine nennenswerte Leistung.


Das Mannschaftsergebnis von 297,3 km/h reicht zwar nur für einen sechsten Rundenplatz, aber als bester süddeutscher Verein kann Bayreuth 3 Punkte auf Aalen (288,1) gutmachen und damit in der Tabelle auf den ersten Platz mit 49 Punkten gleichziehen. Durch die um 30 km/h höhere Geschwindigkeitssumme liegt die LSG in der offiziellen Tabelle sogar vorne.

Gewonnen wurde die Runde ausnahmslos von norddeutschen Mannschaften. Der Aeroclub Braunschweig siegt mit 333,8 km/h vor dem Fliegerklub Brandenburg (329,2) und dem Rekordmeister aus Burgdorf (321,5).

Auch die amerikanischen Mannschaften konnten ein hervorragendes Wochenende verbuchen und die ersten drei Rundenplätze der World League belegen. Aber auch die 15 Punkte für Bayreuth auf Platz 26 sind wertvoll. Damit gelingt der Sprung auf Tabellenplatz 2, auch hier punktgleich (76) mit dem Aeroclub Adele Orsi aus Varese in Italien. Angeführt wird die Weltliga-Tabelle von der Mannschaft Moriarty Soaring aus New Mexico, USA mit bereits 29 Punkten Vorsprung vor Titelverteidiger Bayreuth.