Bundesliga-Rundenbericht 16/2019

Ferdinand Hauck

Mit einem vierten Rundeplatz kommt das Meisterteam der LSG Bayreuth nach vier wetterbedingt eher schwachen Runden wieder in Fahrt. Durch das schlechtere Abschneiden von Rekordsieger Burgdorf rücken die Bayreuther Segelflieger wieder auf Rang zwei der Bundesliga-Tabelle vor. Der Rückstand auf Tabellenführer Rinteln wächst jedoch weiter.


Nachdem der Samstag nur Flüge knapp über der Mindestwertung brachte, mussten die Bayreuther auf den besser vorhergesagten Sonntag setzen. Die Meteorologen prophezeiten zwar für Oberfranken gute Thermik, für die Schwäbische Alb und somit den nächsten Verfolger LSR Aalen allerdings sehr gute Thermik.


Gegen halb zwölf starteten nacheinander Johannes Baier, Friedhelm Lotte und Wolfgang Clas. Alle drei schlugen sehr schnell einen Kurs gegen den Wind nach Westen ein. Lotte kämpfte sich bis zur Rhön vor und drehte seinen Flieger um kurz nach eins in den Wind gen Heimat. Mit einem Durchschnitt von 128 km/h auf dem ersten Stück war er nach einer guten Stunde wieder in Pegnitz. Eine Wolkenstraße verleitete ihn zu einem kurzen Zacken die Kante der Fränkischen Schweiz entlang zurück bis Weismain, um den Flug anschließend südlich um das Fichtelgebirge herum bis Flossenbürg zu führen. Mit 114,62 km/h Wertungsgeschwindigkeit war Lotte schließlich der schnellste Bayreuther dieser Runde.


Wolfgang Clas blieb dem Westkurs deutlich länger treu. Erst bei Heidelberg machte er kehrt, um sich schließlich in 1 Stunde 40 Minuten vom Wind zurück bis nach Warmensteinach schieben zu lassen. Um die Wertungszeit von 2,5 Stunden voll zu machen, musste er schließlich noch einen Schlenker nach Coburg hinzufügen. So konnte er die Wertung mit 114,27 km/h ähnlich schnell wie Lotte abschließen.

Währenddessen machte sich die zweite Welle der Bayreuther auf den Weg. Sebastian Baier, Georg Baier, Farshad Nowrouz und Marian Habryka sind zwischen 12 und 14 Uhr gestartet und konnten so die Funkmeldungen der anderen für ihre Flugtaktik nutzen. Schneller war trotzdem nur Sebastian Baier, der zunächst Clas Kurs ins Badische bis Tauberbischofsheim gefolgt war, um auf dem Rückweg ab Weismain nochmal Kurs auf die Rhön zu nehmen. Von dort heimwärts ging es mit einem Durchschnitt von 138,47 km/h. Letztlich standen in der Wertung über die gesamten 2,5 Stunden 112,79 km/h.


Die Bayreuther Mannschaftsleistung von 341,69 km/h brachte dem Team Rundenplatz vier mit 17 Punkten ein. Die Rundenplätze 2 (FG Wolf Hirth, Kirchheim unter Teck) und 3 (AC Nastätten) sind für Bayreuth in der Tabelle ungefährlich. Rundensieger wurde jedoch Tabellenführer Rinteln mit 352,91 km/h. Da der bislang zweitplatzierte LSV Burgdorf nur Achtzehnter der Runde wurde, rückt die LSG Bayreuth als Titelverteidiger auf Rang zwei vor, der LSV Rinteln kann seinen Vorsprung auf die LSG jedoch um drei Punkte ausbauen. Der LSR Aalen mit der vorhergesagt sehr guten Thermik letztlich nur auf Rundenplatz 13.


Sehr auffällig war der Unterschied der beiden norddeutschen Top-Vereine. Während die Burgdorfer mit ihren Flügen Richtung Lüneburger Heide nicht über 100 km/h hinaus kamen, erreichten die Rintelner den Rundensieg mit einem Flug ab dem Startflugplatz Walsrode (am Rande der Lüneburger Heide) nach Westen mit 125 km/h und zwei weiteren Flügen ab Rinteln in den Bereich Weserbergland / Teutoburger Wald mit 118 und 108 km/h. Beide Regionen wären für die Burgdorfer theoretisch in Reichweite gewesen.

In der Weltliga geht der Rundensieg an den rheinland-pfälzischen LSV Mönchsheide, allerdings mit drei Flügen aus Spanien. Die LSG Bayreuth kommt auf Rundenplatz neun und klettert in der Tabelle von Rang fünf auf vier. Tabellenführer Moriarty Soaring aus New Mexico, USA leistet sich einen Aussetzer mit Rundenplatz 303, kann diesen aber mit dem angehäuften Vorsprung gut verkraften. Die Verfolger vom Minden Soaring Club (Nevada, USA) verkürzen den Abstand durch einen dritten Rundenplatz jedoch merklich. Der Rückstand von Teilverteidiger Bayreuth auf Moriarty schmilzt zwar auf unter 100 Punkte, jedoch dürfte in den beiden verbleibenden Runden an die beiden amerikanischen Topclubs und vermutlich auch an Rinteln nicht mehr ranzukommen sein. In der Bundesliga keimt für die LSG angesichts von nur noch 14 Punkten Rückstand dagegen neue Hoffnung.