Bundesliga-Rundenbericht 18/2019

LSG Bayreuth verteidigt zweiten Tabellenplatz knapp

Ferdinand Hauck

Ein erneut fantastisches Wochenende in Norddeutschland gegen ein durchschnittliches in Oberfranken - mit diesen Voraussetzungen gingen die drei Titelaspiranten in die drittletzte Runde der Bundesliga. Während Tabellenführer LSV Rinteln in die Zielgerade einbiegt, kann die LSG Bayreuth den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga knapp vor Burgdorf verteidigen.


Nachdem der Samstag keine Wertungsflüge ab Bayreuth zuließ, mussten sich die LSG-Piloten voll und ganz auf das Wetter am Sonntag verlassen. Der LSV Rinteln, der sich gute Hangwindverhältnisse im Weserbergland zu Nutze machen konnte, legte derweil mit 394 km/h ein kaum einzuholendes Ergebnis vor. Somit ging es am Bindlacher Berg sonntags nur noch um Schadensbegrenzung.


Doch wie so oft war bereits die Frage, welche Richtung die beste sein würde nicht klar zu beantworten. Während die südlichen Gebirge eher schlechter bleiben sollten, mussten sich die Piloten zwischen Erzgebirge, Thüringer Wald und dem Weg nach Westen entscheiden. Der Taktik des Bayreuhter Sterns folgend verteilten sich die Segelflieger auf die sinnvollen Abflugrichtungen. Lothar Schmidt und Wolfgang Clas gingen vor zwölf als erste an den Start. Während Schmidts Wahl auf das Erzgebirge fiel, machte sich Wolfgang Clas auf ins Erzgebirge. Beide trafen an den Mittelgebirgen jedoch nicht die Bedingungen an, die sie dort erwartet hatten.


Lothar Schmidt flog daher weit nach Norden in das Vorland des Erzgebirges, Clas wechselte dagegen auf eine südlichere Linie, die ihn von Coburg bis westlich Schweinfurt trug. Schmidts 77,03 km/h langten schließlich nicht für die Bundesliga-Wertung, Clas kam mit 91,61 km/h unter die besten drei.

Friedhelm Lotte war eine Viertelstunde nach Clas gestartet und hatte sich gleich auf den Weg nach Westen bis in die Rhön gemacht. Zweimal flog er zwischen Frankenwald und Rhön hin und her, was ihn mit 92,32 km/h etwas schneller als Clas da stehen ließ.


Doch der schnellste Bayreuther war gar nicht am Bindlacher Berg gestartet, sondern im thüringischen Alkersleben, nördlich des Thüringer Waldes: Johannes Baier flog von dort einen Kurs nach Nordosten ins sächsische Flachland und knackte dabei als einziger Bundesliga-Pilot der LSG die 100er-Marke. 109,29 km/h standen am Ende für ihn in der Wertung.

Die Summe von 293,22 km/h brachten dem Tabellenzweiten schließlich Rundenplatz zwölf und schlappe neun Punkte. Das bedeutete elf Punkte Verlust auf Tabellenführer Rinteln. Bis Wertungsschluss war damit aber auch der zweite Tabellenplatz in akuter Gefahr. Verfolger Burgdorf konnte zwar einen zweiten Rundenplatz einfahren, der Vorsprung der LSG hielt aber noch und beträgt nunmehr einen Punkt.


Rinteln führt nun mit 25 Punkten Vorsprung auf Bayreuth und kann damit möglicherweise bereits nächste Woche den Meistertitel klar machen.

In der Weltliga kommt zwar eine Leistung von 118,59 km/h von Heiko Hertrich aus dem Urlaub in den französischen Alpen hinzu, doch die Summe von 320,20 km/h reicht in der weltweiten Konkurrenz nur zu Rang 18 mit 23 Punkten. Während Rinteln und Burgdorf auch hier die Runde gewinnen, mussten die amerikanischen Tabellenführer erneut Federn lassen. Rinteln hat damit einstweilen auch die weltweite Tabellenführung übernommen, was nach zeitweise über 100 Punkten Vorsprung des US-Clubs Moriarty Soaring kaum noch möglich erschien. Das Team aus New Mexico blieb nach einem Punkt in der Vorwoche auch in dieser Runde mit 299 km/h noch hinter Bayreuth zurück und fällt damit zurück auf Tabellenplatz zwei.

Für Bayreuth ist das aber auch kein Trost, da es in Weltliga-Punkten für Burgdorf bereits reicht, um an der LSG vorbei zu ziehen. Damit steht Bayreuth zwei Runden vor Schluss auf Tabellenplatz fünf der Weltliga.