Drei Bayreuther auf der DM

Daniel Große Verspohl

Alexander Müller, Wolfgang Clas und Uwe Förster treten ab Dienstag bei den Deutschen Segelflug-Meisterschaften in Stendal gegen die aktuelle Nationalmannschaft um Welt- und Europameister Michael Sommer an. Damit stellt die LSG Bayreuth 10% des Starterfeldes der Offenen Klasse. An zwölf Tagen bis zum 22.8. kämpfen 31 Piloten um den Titel des deutschen Meisters, den Einzug in die Nationalmannschaft und damit auch um die Teilnahme an EM und WM.

Besonders Alexander Müller scheint derzeit in Hochform. Im Streckenflugportal Onlinecontest steht er aktuell auf Platz eins der afrikanischen, Platz zwei der europäischen und Platz drei der weltweiten Wertung. Von Bundesliga-Rang eins und Weltliga-Rang zwei mit der Mannschaft der LSG ganz zu schweigen. In Stendal geht es aber nicht darum, im Alleingang möglichst große Strecken zu fliegen, sondern auf vorgegebenen Strecken der schnellste zu sein. Darin sind die amtierenden und ehemaligen Nationalmannschaftsmitglieder, angeführt von Vierfach-Weltmeister Michael Sommer, bislang besser gewesen. Sechs der 31 Starter konnten sich bereits mit einem Welt- oder Europameistertitel schmücken. Darauf angesprochen meint Müller: "Es ist halt schwierig, wenn ein Marathonläufer vorübergehend zum Sprinter mutieren soll."

Einer der sechs internationalen Titelträger ist sein Bayreuther Teamkollege Wolfgang Clas. Er hat seine Titel allerdings bei den inzwischen nicht mehr ausgetragenen Motorsegler-Europameisterschaften 1978 und 1980 errungen. Da das schon ein Weilchen her ist, schraubt Clas die Erwartungen nicht allzu hoch: "Ich freue mich, noch einmal in einem so starken Feld dabei sein zu dürfen." Clas hat sich aber in dieser Saison schon mehrfach als wichtige Stütze des LSG-Bundesligateams erwiesen.

Ähnlich geht es Uwe Förster, der sich vor allem auf zwei schöne Flugwochen in Stendal freut. Förster fliegt dabei die doppelsitzige Variante von Müllers Hochleistungsflugzeug EB 29 der Firma Binder aus Ostheim in der Rhön. Im Gegensatz zu anderen Doppelsitzern hat Försters EB 29 jedoch nur einen sehr beengten Notsitz ohne eigene Instrumentierung. Für seinen Copiloten Reinhard Mück kein Problem, er hat schon beim letztjährigen Bayreuth-Wettbewerb neun Tage auf diesem Platz verbracht.

Überhaupt dürften die drei Bayreuther viele vom Bindlacher Berg bekannte Gesichter wiedertreffen: Der Bayreuth-Wettbewerb 2014 war eine von nur zwei Qualifikationsmöglichkeiten zu dieser DM, nur die bisherige Nationalmannschaft war automatisch qualifiziert. Somit ist das halbe Starterfeld letztes Jahr zu Gast in Bayreuth gewesen.