Rundenbericht 01/2016

Segelflug-Bundesliga: Titelverteidiger starten mit Nullrunde

Ferdinand Hauck

Zwei Tage bedeckter Himmel mit Regen - und die Regionen mit fliegbarem Wetter weit weg. Die Bundesliga-Piloten der Luftsportgemeinschaft starrten am Wochenende ziemlich betroffen in den Himmel über Oberfranken. An einen Start war nicht zu denken. Und andere Flugplätze mit ausreichend gutem Wetter für einen gesicherten Wertungsflug, waren (zu) weit weg, um die Flugzeuge in die Anhänger zu packen und loszufahren.

Zwei Luftmassen, dazu eine Front, garniert mit Wind und Schauern, haben für einen fast schon chaotischen Mix am Himmel gesorgt. Mit ein bisschen Glück und vor allem mit dem richtigen Timing war es aber ein toller Auftakt in die diesjährige Saison. Nur leider nicht für den Meister der vergangenen Saison aus Bayreuth. Kein einziger Flug konnte bei Dauerregen stattfinden. So bleib es für die Bayreuther in der ersten Runde der Bundesliga 2016 bei null Punkten. Das hatte es im ganzen letzten Jahr nicht gegeben.


Den Bundesliga-Piloten der LSG Bayreuth blieb bei dem Wetter am Wochenende nichts anderes übrig als sich beim Anblick der Meisterschale im Clubheim an bessere Zeiten zu erinnern.


Eine langgestreckte Kaltfront lag einmal quer über die Republik und bewegte sich zwei Tage lang nicht von der Stelle. Im Norden der Republik, wo die thermisch sehr gute Kaltluft unter den leichten Einfluss eines schwachen Zwischenhochs kam, waren ausgezeichnete Flüge möglich. Ähnliches galt für den nördlichen Alpenraum. Dort unterstützte der kräftige Südwind einige schnelle Hangflüge. Und so wurden die ersten Plätze der Runde 1 und auch die schnellsten Flüge in ganz unterschiedlichen Regionen und unter ganz verschiedenen Bedingungen geflogen. Die ersten drei Rundenplätze gingen an Vereine aus dem Norden. Vor allem am Sonntag war dort die Luftmasse thermisch sehr aktiv, der Wind brachte die Aufwinde in zusammenhängende Bahnen und das 2,5h-Zeitfenster lud geradezu dazu ein, den Geradeausflug und damit den Geschwindigkeitsschnitt zu optimieren.

Rundenplatz eins und die ersten 20 Punkte gehen an den Seriensieger LSV Burgdorf mit knapp 363 Stundenkilometern aus der Summe der drei besten Piloten. Ein paar Kreise mehr drehten die Braunschweiger auf Platz 2 mit 332 km/h. Platz 3 geht an den LSV Rinteln.

Fast die selbe Geschwindigkeit erreichten die Königsdorfer in den Nordalpen. Dort ging es vor allem darum, das richtige Zeitfenster zu erwischen, um den Weg in die Alpen hinein und wieder heraus zu schaffen.

Immerhin gelang Serena Triebel vom SFZ Ottengrüner Heide (Helmbrechts) aber auch ein gültiger Flug von Oberfranken aus: Sie startete am Flugplatz Burg Feuerstein bei Ebermannstadt und nutzte ihren Hilfsmotor bis zur maximal erlaubten Entfernung vom Flugplatz. So konnte sie ihre Wertung auf der anderen Main-Seite beginnen, kämpfte sich mühsam über den Steigerwald hinweg bis in die Hassberge und konnte auf diese Weise gerade eben die Mindestwertung von 40 km/h überspringen. Diese Mühe zahlt sich für Ottengrün mit sechs Punkten aus.

Am Ende konnten sich im 30 Vereine umfassenden Feld der 1. Bundesliga nur 15 Mannschaften in die Ergebnisliste eintragen. Noch ist also nichts entschieden, da auch noch 18 weitere Runden bis Ende August anstehen.

Auch die World-League wird von den norddeutschen Vereinen angeführt. Lediglich der ALC Lesce-Bled aus Slowenien konnte Platz zwei erreichen. Unter den ersten 20 sind aber zwei Vereine aus Südafrika, ein weiterer aus Slowenien, je einer aus den Niederlanden und Österreich und überraschenderweise auch nur einer aus den USA.