Rundenbericht 04/2017

Tabellenführung!

Ferdinand Hauck

Erstmals seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2015 führt die Luftsportgemeinschaft Bayreuth wieder die Tabelle der 1. Segelflug-Bundesliga an. Schon die Wettervorhersage am Freitag ließ erahnen, dass der Kampf um die Tabellenspitze von Erfolg gekrönt sein könnte. Friedhelm Lotte, Andreas und Johannes Baier sorgten dann am Samstag dafür, diese Chance zu nutzen.

Das morgendliche Wetterbriefing zeigte zwei gute Abschnitte. Ein Modell berechnete den Oberpfälzer Wald als bestes Aufwindgebiet, ein anders Verfahren zeigte gute Bedingungen zwischen Untermain und Thüringer Wald. Da war es gut, dass die Bayreuther mit genug Flugzeugen am Start waren, um beide Gebiete zu erkunden. Lothar Schmidt und Heiko Hertrich starteten als Erste und versuchten im Teamflug gegen den Wind an Kemnath vorbei in die Oberpfalz zu gelangen. Beide mussten aber feststellen, dass ab Erbendorf die Aufwinde weniger und schwächer wurden. Hertrich hatte gar Probleme, um bei Weiden überhaupt in der Luft zu bleiben. Auch Schmidt fand über Flossenbürg keine gute Thermik mehr und kehrte frühzeitig um.

Diese Botschaft veranlasste die folgenden Johannes Baier und Martin Brühl zur sofortigen Umkehr. Alle weiteren Piloten suchten deshalb den Weg nach Nordwesten. Friedhelm Lotte und Jörg Bachsteffel preschten in diese Richtung voraus. Tatsächlich stellte sich dies als die beste Taktik heraus. Sie flogen direkt Richtung Kronach und folgten weiter der Kante des Thüringer Waldes. Bachsteffel und Lotte erzielten damit die höchsten Geschwindigkeiten des LSG-Teams. Leider stellte sich aber später heraus, dass Bachsteffels Flugschreiberdatei fehlerhaft war und somit nicht in die Wertung aufgenommen werden konnte. So sollten die erzielten 90,8 Stundenkilometer von Lotte den Bayreuther Spitzenwert darstellen. Lotte flog dabei zweimal zwischen Meiningen und Kronach hin und her, fand gute Aufwinde und meldete diese über Funk. Alle anderen Bayreuther folgten daraufhin seiner Kurslinie. Am besten gelang dies Johannes Baier mit 88,3 km/h und seinem Bruder Andreas (87,8). Auch Lothar Schmidt war schnell unterwegs, konnte aber wegen Batterieprobleme auch keinen gültigen Datensatz zur Auswertung abliefern. Martin Brühl, Clemens Pape und Heiko Hertrich gelang auf leicht veränderten Kurslinien keine bessere Wertung. Die Juniorpiloten Johannes Flieger und Manuel Miunske mussten den ungleichen Wetterbedingungen Tribut zollen und schafften keine wertbaren Strecken. Für Miunske war es aber der erste Streckenflug überhaupt und damit ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Flugschein.

So blieb es bei einer Bayreuther Gesamtleistung von 266,9 km/h in Runde 4 aus den Flügen von Friedhelm Lotte, Johannes und Andreas Baier. Damit erzielte die LSG Rundenplatz 4 und kann weitere 17 Punkte kassieren. Die bisherigen Tabellenführer aus Königsdorf mussten wegen des schlechten Wetters am Alpenrand Federn lassen und verloren klar den ersten Platz. Damit rückt die LSG Bayreuth mit 52 Punkten auf Tabellenplatz eins vor, knapp vor dem LSV Rinteln mit 51 Punkten. Die Niedersachsen aus Rinteln wurden mit 277,3 km/h Rundenzweiter. Rundensieger wurde der LSC Bayer Leverkusen mit 287,2 km/h. Die weiteren fränkischen Erstligisten aus Bamberg auf Rundenplatz 10 und Ansbach (20) fanden keinen Anschluss an Bayreuth, obwohl sie im gleichen Gebiet unterwegs waren. Besser machte es der Zweitligist AC Lichtenfels mit 293,9 km/h. Diese Leistung hätte sogar für den Rundensieg in der 1. Liga gereicht. Gerd-Peter Lauer, früherer Bundestrainer aus Lichtenfels konnte mit 105,2 km/h als einziger Deutscher die 100 km/h-Marke überbieten.

Auch in der World-League kann Lichtenfels als bester Deutscher Verein den 5. Rundenplatz absichern und liegt in der Welttabelle schon auf Platz 17. Vor Lichtenfels konnten sich Mannschaften aus Finnland, Süd-Afrika, Slowenien und Österreich platzieren. Sieger wird mit sehr guten 315,9 km/h der Aero Club aus Räyskälä/Finnland. Bayreuth steigert sich mit Rundenplatz 14 auf den vierten Tabellenrang und weist 79 Punkte auf. Die World-League ist aber weiterhin fest in deutscher Hand mit Rinteln (92 Punkte) auf Platz eins, gefolgt von Stadtlohn (86) und Aalen (81).