Rundenbericht 05/2017

Tabellenführung nur von kurzer Dauer

Ferdinand Hauck

Kaum hat die Luftsportgemeinschaft Bayreuth die Tabellenführung in der Segelflug-Bundesliga gewonnen, musste sie diese schon wieder abgeben. Die konzentrierte Schauer- und Gewittertätigkeit in Franken bremste die Piloten aus. Nur ein 19. Platz mit 2 Punkten sprang in der fünften Runde heraus. Bayreuth liegt nun punktgleich mit dem Aeroclub Nastätten aus Rheinland-Pfalz auf Tabellenplatz 3.

Schon an den Vortagen stellte die Wettervorhersage die Bundesligaflieger vor große Herausforderungen. Einmal sollte Samstag der bessere Tag des Wochenendes werden, dann war es wieder der Sonntag. Sogar eine Fahrt ins vermeintlich bessere Wetter südwestlich von Nürnberg diskutierten die Teammitglieder. Schließlich fanden sich doch fünf Piloten bereit, um von Bayreuth aus die Wetterlücken zu finden.

Zusätzlich befand sich Georg Baier bei einem Wettbewerb im oberbayerischen Königsdorf. Aber auch dort tat sich der Sportleiter mit der Aufgabenauswahl schwer, weil am Nachmittag schon erste Gewitter angesagt waren. Baier wollte auf jeden Fall versuchen, einen gültigen Bundesligaflug zustande zu bringen, auch wenn es auf Kosten seiner Wettbewerbsleistung gehen sollte. Die Aufwinde im Voralpenland waren brauchbar. So konnte Baier die gestellte Aufgabe in zwei Stunden absolvieren und hängte dann noch einen zusätzlichen Flugschenkel an, um die Mindestzeit für die Bundesliga zu erfüllen. Ein vierter Platz im Wettbewerb ist ein großer Erfolg und auch die erzielten 66,4 Stundenkilometer reichen für den Einzug in die Bayreuther Bundesligamannschaft dieser Runde.

In Bayreuth kämpften seine Kameraden derweil mit den Schauerlinien. Friedhelm Lotte und Alexander Müller spielten die Vorreiter und erkundeten die Wege nach Kronach und Bamberg. Genau dazwischen zeigte sich eine regenärmere Lücke Richtung Lichtenfels, die sofort von Andreas Baier und Heiko Hertrich genutzt wurde.

Auch Martin Brühl schloss sich dieser Richtung an. Doch schon bald wurde es für alle ein Kampf ums Oben bleiben. Zu inhomogen zeigten sich die Aufwindgebiete. Immer wieder kühlte ein Regenschauer den Boden ab und sorgte für lange Gleitstrecken durch unbewegte Luft. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als mit dem Wind und den wenigen Wolkenlücken zurück nach Bayreuth zu fliegen.

Lotte und Baier versuchten mit einem weiteren Ausflug bis Kulmbach die Mindestwertung zu erfüllen, was ihnen aber nicht gelang. Vor einem weiteren kräftigen Schauer über Bayreuth setzten beide zur Landung an.

Brühl und Müller verlängerten ihren Flug von Lichtenfels zurück nach Bayreuth in Richtung Steinwald, mussten aber schon bei Erbendorf umkehren. Brühl flog durch großflächigen Regen auf direktem Weg zurück nach Bayreuth und musste ebenfalls vor der Mindestzeit landen. Müller fand über dem Fichtelgebirge eine Lücke, um nochmals über Kronach in den Thüringer Wald zu fliegen.

Dort hatte Hertrich inzwischen eine sogenannte Konvergenzlinie entdeckt, die ihm einerseits einen starken Aufwind bescherte und andererseits einen langen Geradeausflug in gleichbleibender Höhe ermöglichte. Damit konnte Hertrich schnell zurück nach Bayreuth fliegen und 74,3 km/h zur Mannschaftsleistung beitragen. Müller nutzte diese Linie noch viel länger. Bis südlich Karlsbad in Tschechien führte der Flug. Nach genau 2,5 Stunden wendete Müller sein Flugzeug und hatte plötzlich keine Chance mehr, im Segelflug zurück nach Bayreuth zu kommen. Mehrfach musste er sein Klapptriebwerk starten, um durch mehrere Regenwände wieder den Heimatflugplatz zu erreichen. Dieser Husarenritt brachte Bayreuth 103,7 km/h ein.

Licht und Schatten für die Segelflieger am vergangenen Wochenende. Einerseits ließ das Schauerwetter keine gute Wertung zu, andererseits hält sich die LSG in der Spitzengruppe.  


Trotz vieler Bemühungen gelangen am Sonntag keine besseren Flüge mehr. Die Gesamtsumme der samstäglichen Flüge von Müller, Hertrich und Georg Baier beträgt 244,8 km/h und reicht leider nur für Rundenplatz 19. Die dafür erzielten 2 Punkte bedeuten den Verlust der erst am letzten Wochenende gewonnenen Tabellenführung. Bayreuth befindet sich mit 54 Punkten punktgleich mit dem Rundensieger Nastätten auf Platz 3. Die Tabellenspitze halten nun ebenfalls punktgleich mit 56 Punkten Donauwörth und Aalen.

Die Flugbedingungen waren samstags im Südwesten Deutschlands und am Sonntag im Norden wesentlich besser als in Nordbayern. Auch international musste Bayreuth Abstriche machen. Der 46. Rundenplatz bringt nur einen Punkt ein. Zudem konnten die direkten Konkurrenten gut aufholen. Vor allem die beiden US-amerikanischen Mannschaften aus Caesar Creek, Pennsylvania, und Boulder, Colorado, setzen mit 404,8 und 385,5 km/h ein Zeichen und gewinnen die Runde. Die Tabelle führt nun überraschender Weise die Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim/Teck mit 97 Punkten an, gefolgt von Aalen (96) und Rinteln (93). Bayreuth fällt auf Platz 8 mit 80 Punkten zurück.