Rundenbericht 09/2016

Segelflug-Bundesliga: Einzelleistung von Friedhelm Lotte sichert 3 Punkte

Ferdinand Hauck

Das zu Schauern und Gewittern neigende Wetter vom Wochenende machte den Bayreuther Segelfliegern und allen anderen süddeutschen Vereinen erneut einen Strich durch die Bundesliga-Rechnung. Schon zu Beginn des Wochenendes war klar, dass selbst eine Mindestwertung schwierig würde. Am Ende hat einzig Friedhelm Lotte einen gültigen Bundesliga-Flug erreicht.

Die Wettervorhersagen räumten für den Samstag allenfalls für Mainfranken geringe Chancen auf Thermik ein, für Sonntag gar keine. Zunächst diskutierte das Bayreuther Team, zu welchem anderen Flugplatz man aufbrechen wolle. Doch die taktischen Möglichkeiten blieben gering. Selbst eine Fahrt in den Großraum Berlin wäre angesichts der Vorhersagen keine sichere Bank gewesen. Insbesondere erschien es den LSG-Piloten zweifelhaft, ob sich in Berlin mehr Punkte holen ließen, als wenn man auf heimischem Terrain drei Mindestwertungen schaffen würde, da absehbar viele Vereine nicht starten konnten.

So probierten es die Bayreuther schließlich doch daheim. Doch das Pech betraf nicht nur das Wetter: Wolfgang Clas musste mit technischen Problemen am Boden bleiben, Heiko Hertrich entschied sich aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen schweren Herzens gegen einen Flug. Da Alexander Müller ebenfalls verhindert war, fielen ausgerechnet die drei Flugzeuge mit den besten Gleiteigenschaften aus.

Somit starteten schließlich nur Friedhelm Lotte, Andreas Baier und Bernd Löser, jeweils mit dem Ziel 100 km zu erreichen, entsprechend der Mindestwertung von 40 km/h über die 2,5 Bundesliga-Stunden.

Alle drei probierten zunächst im Fichtelgebirge die benötigten Aufwinde zu finden. Es reichte auch, um sich in der Luft zu halten. Doch nach Osten war es nicht möglich, sich weit genug vom Bindlacher Berg zu entfernen, um die 100 km zu schaffen. Bernd Löser flog mit seinem Copiloten Johannes Flieger bis Wunsiedel, konnte dort aber keine weiteren Aufwinde mehr finden und entschied sich zu einer zügigen Rückkehr nach Bayreuth. Andreas Baier musste ebenfalls vor Erreichen der Mindestwertung seinen Motor starten, um eine Außenlandung zu vermeiden.

Somit blieb allein Friedhelm Lotte im Rennen. Er hatte im Fichtelgebirge eine etwas südlichere Linie als Löser verfolgt, flog noch einmal nach Norden an den Rand des Frankenwaldes, zurück in den Raum Marktredwitz, um dann in einem langen Gleitflug bis Neudrossenfeld vorzustoßen. Die dort erhoffte Thermik erwies sich jedoch auch als trügerisch, so dass er seinen Flieger auf Südkurs wendete, um in der Fränkischen Schweiz die letzten verbleibenden Kilometer zu schaffen. Erst im Mistelgau fand er erneut einen schwachen, aber tragfähigen Aufwind. Die gewonnene Höhe nutzte er noch für einen Abstecher Richtung Hollfeld und den Heimweg zum Bindlacher Berg. Mit einer Gesamtstrecke von 158 km hat er die 100 km am Ende sogar deutlich übertroffen. Da für die Bundesliga aber nur vier Teilstrecken zählen, hat das Wertungsportal den Rückweg nicht eingerechnet, so dass für die Bundesliga nur 117 km zählen. Nach Abzug des Handicap-Faktors für den Flugzeugtyp blieben noch 41,39 km/h für die Bundesliga-Wertung übrig. Das ganze Team war aber am Ende froh, dass somit wenigstens eine Mindestwertung geschafft wurde.

Letztlich konnten 18 der 30 Bundesliga-Teams bei diesen in ganz Süddeutschland schwierigen Verhältnissen Wertungsflüge einreichen. Die Einzelleistung von Friedhelm Lotte gerade über der Mindestwertung reicht daher nur für den 18. Platz und drei Punkte. Da viele Vereine nur ein oder zwei gültige Wertungen zu Stande gebracht haben, hätten schon drei Flüge wie dieser für den elften Platz mit zehn Punkten gereicht. Von Westen her war der Einstieg in die Fränkische Schweiz offenbar etwas einfacher: Der AC Bamberg erreicht mit einer Summe von 171 km/h den zehnten Rundenplatz.

Die Rundensieger kamen einmal mehr aus dem Norden: Tabellenführer LSV Burgdorf konnte souverän drei Wertungen von über 110 km/h einbringen. Auch Brandenburg, Rinteln, Braunschweig, Berlin und Riesa erreichten eine Summe von über 300 km/h.

Burgdorf und Braunschweig führen damit weiterhin mit großem Abstand die Bundes- und auch die Weltliga-Tabelle an. Bayreuth kann Bundesliga-Platz sieben halten, hat aber nur noch drei Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger.

Der Weltliga-Rundensieg ging ebenfalls an Burgdorf, knapp vor Moriarty Soaring aus den USA. Bayreuth erhält nur einen Punkt für die Rundenteilnahme. Die LSG fällt damit aus den Top Ten der Tabelle auf Rang 12 zurück.