Rundenbericht 10/2017

Es geht wieder aufwärts!

Ferdinand Hauck

Endlich wieder ein Erfolgserlebnis für die Bayreuther Bundeligapiloten! Rundenplatz 7 und damit 14 Punkte heben die Mannschaft wieder auf Tabellenplatz 5. Fast alle schnellen Piloten der LSG waren am Start. Somit konnte das Team wieder die altbewährte Bayreuther Strategie der sternförmigen Flugwege angewenden, um die beste Aufwindgegend zu finden.

So starteten Alexander Müller, Wolfgang Clas und Johannes Baier zuerst und flogen sofort Richtung Bayerischer Wald. Lothar Schmidt und Friedhelm Lotte machten sich kurz danach Richtung Thüringer Wald auf. Mit etwas Abstand starteten Heiko Hertrich und Andreas Baier Richtung Westen.

Beide hatten auch anfänglich eine gute Reisegeschwindigkeit über der Fränkischen Schweiz und dem Steigerwald, mussten aber schon bei Kitzingen den schnellen Vorwärtsdrang beenden. Die aus Südwesten einfließende Warmluft bremste die Thermik. Dies machte sich besonders auf dem Rückweg nach Bayreuth bemerkbar und verlangsamte die Durchschnittsgeschwindigkeit. Auch Schmidt und Lotte taten sich zunehmend schwer und mussten ebenfalls bald umkehren.

Inzwischen funkten Müller und Johannes Baier über gute Aufwindlinien entlang der Donau zwischen Straubing und Ulm. Martin Brühl und Georg Baier, als letzte gestartet, zog es daraufhin über Weiden und Cham in diese Richtung. Bis allerdings die komplette Bayreuther Flotte in der südlichen Oberpfalz ankam, machte sich auch schon wieder die Warmluftzufuhr bemerkbar. Ein Flug Richtung Westen die Donau entlang erschien allen nicht mehr ratsam. Die besten Wetterbedingungen mit Flughöhen über 2400 Meter und Aufwindwerten von über 3 Meter pro Sekunde verschoben sich merkbar schnell nach Österreich und Tschechien.

Deshalb konnten die drei Erstgestarteten auf ihren frühen Flugschenkeln entlang der Donau die besten Ergebnisse nach Hause bringen. 297,2 Stundenkilometer beträgt das Bayreuther Mannschaftsergebnis der Runde 10 aus den Einzelleistungen von Müller (103,9), Clas (101,0) und Johannes Baier (92,3). Aber auch die anderen Bayreuther liegen mit Werten zwischen 88 und 92 km/h nur knapp darunter.

Die gewählte Strategie hat sich somit wieder einmal bewährt. Ohne eine große Teilnehmerzahl und ohne die anfänglichen Versuche in verschiedenen Richtungen wäre dieser Erfolg nicht machbar gewesen. Zumal man diesmal in Bayreuth weit weg von den besten Aufwindgebieten starten musste und am Morgen noch nicht klar erkennen konnte, wo diese besten Gebiete wohl liegen werden.

Bayreuth kann Rundenplatz 7 erreichen und liegt damit zur Halbzeit der Saison mit 92 Punkten auf Tabellenplatz 5. Rundensieger werden wieder die Mannschaften aus dem Süden, welche die guten Bedingungen diesmal rechtzeitig vor der Warmluft nutzen konnten. Die Fluggemeinschaft Schwäbisch Gmünd holt mit 327,6 km/h den Sieg vor den Alpenfliegern aus Königsdorf (316,2) und Tabellenführer Aalen (314,4). Damit baut Aalen den Vorsprung mit nun 131 Punkten weiter aus. Donauwörth liegt schon 16 Punkte dahinter, Königsdorf weitere 4 Punkte.

Auch in der World-League kann Bayreuth gut punkten. Rundenplatz 17 bringt 24 Punkte für den neuen Tabellenstand von 149 Punkten und weltweitem Platz 11. Allerdings liegt auch hier Aalen schon mit 236 Punkten weit vorne. Zudem holen nun die amerikanischen Mannschaften schnell auf, weil die beste Segelflugzeit in den Rocky Mountains nun angebrochen ist. So legt Moriarty Soaring aus New Mexico einen Rundensieg mit unglaublichen 428,6 km/h vor, nur knapp gefolgt von weiteren fünf Vereinen aus dem Westen der USA.