Rundenbericht 11/2016

Segelflug-Bundesliga: Niedrige Wolken bremsen LSG-Piloten

Ferdinand Hauck

Vom Boden aus hätte man meinen können, die Segelflieger hätten am letzten Wochenende endlich wieder richtig Gas geben können. Lauter schöne Haufenwolken waren am Himmel zu sehen, doch die Thermik blieb trotzdem mühsam. Für die LSG reichte es somit gerade mal für einen 14. Platz in der Bundesliga.

Nachdem der Sonntag ohnehin als der bessere Tag angekündigt war, schwangen sich am Samstag lediglich Georg Baier und Friedhelm Lotte im Doppelsitzer in die Lüfte. Mit viel Mühe konnten sie sich durch träge Warmluft bis zum Erzgebirge und wieder zurück kämpfen. Mit 62,78 km/h war zwar mehr als eine Mindestwertung im Kasten, aber Sonntag sollte doch der bessere Tag werden.

Mit Bernd Löser, Friedhelm Lotte, Lothar Schmidt, Andreas, Georg und Sebastian Baier wagten es dann auch gleich sechs Piloten von Bayreuth aus auf Strecke zu gehen, trotz der niedrig hängenden Wolken. Als Joker ging außerdem Johannes Baier an seinem Arbeitsort Rudolstadt in die Luft. Damit war das Team groß genug, um die bewährte Bayreuther Sterntaktik zu fliegen. Um die besten Verhältnisse zu finden, starten die Bundesliga-Piloten in verschiedene Richtungen und geben über Funk Wetterinformationen an die Kameraden.

Die besten Zacken des Sterns erwischten dieses Mal Bernd Löser, Friedhelm Lotte und Lothar Schmidt. Schmidt und Lotte flogen beide zunächst Richtung Thüringer Wald, wendeten dann aber gemeinsam Richtung Nordosten. Mit starkem Rückenwind ging es zunächst mit 128 km/h Richtung Zwickau und um diese Linie nochmal zu nutzen, flogen sie gegen den Wind zurück zum Thüringer Wald und mit dem Wind Richtung Gera. Mit diesem engen Teamflug erreichten sie fast identische Wertungen von 87,86 und 87,65 km/h.

Löser nahm zuerst die Richtung Fränkische Schweiz und kam bis Bamberg auch sehr gut voran. Ein Einstieg in den Steigerwald war aufgrund noch niedrigerer Wolken aber nicht möglich, so dass er dem Funkruf der anderen Richtung Erzgebirge folgte. Bis kurz vor Chemnitz hat er dabei mit Rückenwind eine sehr gute Linie erwischt, die jedoch hinter ihm zusammen brach. Für den Rückweg reichte sie schon nicht mehr aus, so dass Löser auf dem Flugplatz Zell am Nordrand des Fichtelgebirges landen musste. Dennoch war er mit 89,61 km/h der schnellste Bayreuther an diesem Wochenende.


Bernd Löser konnte nun schon das zweite Wochenende in Folge in die Bundesliga-Wertung fliegen. Dieses Mal sogar als bester Bayreuther.


Diese Summe von 264,92 km/h reichte am Ende nur für den vierzehnten Rundenplatz. Neben dem Rundensieger und Tabellenführer Burgdorf lagen dieses Wochenende aber nicht nur norddeutsche Vereine an der Spitze. Ausgerechnet der Nachbarverein AC Bamberg konnte mit zwei Flügen über 100 km/h den zweiten Platz belegen. Die Bamberger konnten die gute Linie Richtung Thüringer Wald wesentlich besser treffen und länger ausfliegen als die Bayreuther.

Damit zogen die Bamberger und auch der FSC Odenwald Walldürn in der Tabelle an Bayreuth vorbei. Die LSG ist als Titelverteidiger nun nur noch neunter der Bundesliga.

In der World League reichte die Leistung von Löser, Lotte und Schmidt immerhin noch für den 34. Platz und sieben Punkte. In der Tabelle kann die LSG damit den fünfzehnten Platz halten.