Rundenbericht 14/2017

Bayreuther halbieren Abstand zu Tabellenzweitem

Ferdinand Hauck

Der gerade gewonnen dritte Tabellenplatz musste in Runde 14 von den Bundesligafliegern der LSG Bayreuth hart verteidigt werden. Wieder war es eine undurchsichtige Wetterlage, die selbst von den professionellen Meteorologen schwer einzuschätzen war. So gab Teamkapitän Andreas Baier die Devise aus: "Am Samstag muss geflogen werden, weil niemand weiß, ob der Sonntag besser wird!".

Immerhin folgten fünf Piloten dem Aufruf und starteten am Samstag zur Mittagszeit mit wenig Aussicht auf Erfolg. Kaum Sonne, viele hohe Wolken und dazu noch starker Wind sind eben nicht die besten Segelflugbedingungen. Einzig Wolfgang Clas gelang eine minimale Wertungstrecke bis nördlich Coburg und zurück nach Bayreuth. Alle anderen schafften es nicht, von Flugplatz weg zu fliegen und mussten nach einer halben Stunde schon wieder landen. Trotzdem wollte niemand den Tag schon so früh aufgeben.

Tatsächlich erspähten sie am späten Nachmittag einen Silberstreif am Horizont. Eine Wolkenlücke tat sich auf und ließ die Sonnen den Boden erwärmen. Schnell entschlossen sich Friedhelm Lotte, Andreas Baier und Heiko Hertrich zu einem erneuten Start mit Hilfe der starken Schleppwinde. Bis in eine Höhe von 400 Meter werden die Segler dabei gezogen, bis sich das Schleppseil löst. Daraufhin glitten die Flugzeuge motorlos den ersten Sonnenflecken über der Hohen Warte entgegen. Dort hatte die Sonne inzwischen den Erdboden so stark erwärmt, dass ein guter Aufwind in den Himmel strömte und die Piloten in Kreisen Höhe gewinnen konnten.

Der Flug führte alle drei Gestarteten Richtung Nordwesten, bis bei Thurnau die Wolkenlücke schon wieder erreicht war und zur Umkehr zwang. Nun konnten die geforderten Streckenkilometer für eine gültige Bundesligawertung mit dem Wind und mit der nach Südosten ziehenden Wolkenlücke abgespult werden.

Baier flog voraus und meldete recht gute Aufwinde bis in den Bereich von Grafenwöhr. Obwohl die zur Verfügung stehende Arbeitshöhe zwischen Boden und Wolkenuntergrenze nicht sehr groß war, fanden auch Lotte und Hertrich immer wieder einen Aufwind, der sie vor einer Landung in den nassen Feldern und Wiesen bewahrte.

Auf dem Rückweg nach Bayreuth war schon ersichtlich, dass die Sonne bald keine Chance mehr bekam. Die Wolkendecke schloss sich wieder und bald war es ein reiner Kampf ums oben bleiben. Lotte bereitete sich schon auf eine Landung in Speichersdorf vor, als er doch noch einen rettenden schwachen Thermikschlauch fand, der ihm genügend Höhe für einen Gleitflug zurück nach Bayreuth brachte.

Da keiner der Bayreuther Piloten die volle Wertungszeit von 2:30 Stunden ausnutzen konnte, führte die Hochrechnung der zurückgelegten Strecke auf diese Zeit nur zu geringen Geschwindigkeiten von 45 bis 50 km/h. Damit lag Bayreuth zur Halbzeit der Runde nur auf Platz 22.

Zum Glück traf die schlechte Wetterprognose nicht für Sonntag zu. Schon gegen Mittag zeigten sich gute Cumuluswolken am Himmel, die als Garant für Aufwinde gelten. Entsprechend war dann auch die hohe Beteiligung und die Motivation der Bundesligapiloten. Weil jedoch nicht klar war, wo ein schneller Segelflug wohl am besten funktionieren könnte, wollte das Team alle möglichen Optionen ausprobieren.

Bernd Löser versuchte es zuerst nach Westen und Heiko Hertrich nach Norden. Beide kehrten aber jeweils nach 60 Kilometern um, weil die anrückende Warmfront aus Nordwesten schon zu spüren war und die Aufwinde schwächer wurden.

Johannes Baier war in Rudolstadt gestartet und tat sich entsprechend schwer überhaupt in das bessere Gebiet südlich des Thüringer Waldes zu kommen. Alexander Müller traute dem Wetter trotzdem viel zu, musste aber schon bei Erbendorf klein bei geben und seinen Hilfsmotor anlassen. Nach dem Rückflug nach Bayreuth legte er erneut los, um bis in den Bayerischen Wald zu fliegen.

Friedhelm Lotte zog es dagegen nach Südwesten. Bei Rothenburg o.d.T. schnitt ihm die Warmfront den Rückweg ab, sodass ihm nichts anderes übrig blieb, als südlich Nürnberg bis Regensburg zu flüchten und über das noch freie Naabtal zurück nach Bayreuth zu fliegen.

Heiko Hertrich folgte anfänglich Müller in die Oberpfalz, wendete aber schon bei Cham, um einer guten Aufwindlinie zurück nach Bayreuth zu folgen. Dieser Linie folgte später noch Tobias Ernst im Hochleistungsdoppelsitzer des Vereins.

Doch die besten Verhältnisse zeigten sich im Süden. Martin Brühl und Andreas Baier beschlossen ab Regenburg die Donau entlang flussaufwärts zu fliegen. Dass dies die beste Entscheidung war, zeigte sich natürlich erst im Nachhinein, nachdem alle die Flugdaten zur Auswertung ins Internet gestellt hatten.

Wie immer wurden nur die drei schnellsten Piloten für die Bundesliga gewertet. Das Bayreuther Rundenergebnis von 287,2 Stundenkilometern setzt sich aus den Flügen von Brühl (99,1), Baier (94,6) und Müller (93,5) zusammen. Der damit erzielte siebte Rundenplatz spült weitere 14 Punkte auf das Tabellenkonto und verbessert das Halbzeitergebnis merklich. Sieger der 14.Runde wurde der Luftsportverein Schwarzwald mit 312,6 km/h, vor der Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim/Teck (310,7) und dem Luftsportring Aalen (303,7).

Bayreuth kann mit nunmehr 161 Punkten den dritten Tabellenplatz vereidigen und hat den Abstand zum Zweitplazierten Donauwörth (166 Punkte) halbiert. Aalen setzt sich als Tabellenführer mit genau 200 Punkten weiter vom Feld ab und kann bei nur noch fünf ausstehenden Runden die Siegerfeier wohl schon planen. Auch in der Weltliga kann Bayreuth mit Rundenplatz 19 punkten und bleibt auf dem sechsten Tabellenplatz. Die US-Mannschaften sind weiter auf dem Vormarsch und gewinnen erneut die ersten vier Rundenplätze. Dach Aalen hält mit Platz 7 noch gut dagegen und bleibt an der Spitze der Tabelle.