Rundenbericht 15/2017

Bayreuther verteidigen dritten Tabellenplatz

Ferdinand Hauck

Mit einem neunten Rundenplatz können die Bayreuther Bundesligapiloten den dritten Tabellenplatz der Bundesliga halten und den Abstand zu den Verfolgern vergrößern. Näher an den Zweitplatzierten kamen sie bei der Wetterlage nicht – im Gegenteil, der Abstand auf Donauwörth beträgt nun 10 statt 5 Punkte.

Nur sechs Piloten fanden sich am Samstag bereit, die schwierige Wetterlage zu nutzen. Nachdem der Vormittag von geschlossener Bewölkung geprägt war, setzte die Thermik mit Abzug der Wolkendecke am frühen Nachmittag sehr zügig ein. Damit waren Streckensegelflüge zwar prinzipiell möglich, für taktische Optimierungen blieb aber keine Zeit übrig.

Alexander Müller machte gegen Mittag, noch unter der geschlossenen Wolkendecke, den ersten Versuch Richtung Westen auf Strecke zu gehen. Relativ lange musste er aber in niedriger Höhe unmittelbar am Flugplatz kreisen – unter Beobachtung seiner wartenden Teamkameraden. Erst gegen ein Uhr folgten Friedhelm Lotte und Andreas Baier. Noch länger zögerten Georg Baier und Clemens Pape. Inzwischen war auch Johannes Baier in Rudolstadt in die Luft gegangen.

Im Raum Bamberg entschied sich Müller als einziger Bayreuther, den Anflugsektor des Nürnberger Flughafens südlich zu umfliegen. Alle anderen Mannschaftskollegen kehrten zwischen Bamberg und Kitzingen um. Sie wollten die vermeintlich besseren Aufwindgebiete in Oberfranken und der Oberpfalz nutzen. Im losen Formationsflug folgten Lotte, Pape und die Gebrüder Baier dem Flugweg zurück nach Bayreuth und weiter über Weiden bis nach Regensburg. Tatsächlich waren die Aufwinde gut und alle vier kamen zügig voran. Erst in der Gegend von Schwandorf trennten sich die Pfade, weil es zunehmend schwieriger wurde, einen straken Aufwind zu finden. Inzwischen war auch Müller von Eichstätt kommend in Regensburg eingetroffen und konnte den Vorausfliegenden zurück nach Bayreuth folgen. Allerdings verschlechterten sich die Flugbedingungen durch die heranziehende Kaltfront minütlich. Pape und Lotte schafften es gerade rechtzeitig nach Hause. Beide Baiers mussten ihre Hilfsmotoren bemühen, um wieder zurück nach Bayreuth zu kommen.

Müller wich weit nach Westen aus und fand tatsächlich bei Forchheim den rettenden Aufwind, der ihm genügend Höhe für einen sicheren Heimflug verschaffte. Die Auswertung zeigte, dass Müller mit seiner Entscheidung Nürnberg südlich zu umfliegen wieder einmal Recht behielt und er die schnellste Schnittgeschwindigkeit von 101,75 km/h ablieferte. Pape mit 93,5 und Lotte mit 88,1 km/h vervollständigten die Mannschaft der LSG. Andreas Baier mit 83,6 km/h stand dem aber wenig nach. Sein Bruder Johannes, der nördlich des Thüringer Waldes noch eher vom schlechten Wetter überrascht wurde, bekam deshalb mit 72,3 km/h keine Chance auf den Einzug in die Mannschaftwertung.

Der neunte Rundenplatz für das Bayreuther Mannschaftsergebnis von 283,3 Stundenkilometer spült weitere 12 Punkte in die Tabellenkasse. Rundensieger werden die Segelflieger des Luftsportverein Rinteln, die gerade bei schlechtem Wetter den Vorteil des reinen Hangfluges am Wiehengebirge und am Ith perfekt ausnützen können. Kreisloses Fliegen in niedriger Höhe reicht für ein sehr gutes Mannschaftsergebnis von 334,2 km/h. Zweiter werden mit 323,0 km/h die hochmotivierten Aalener, die damit ihre Tabellenführung noch weiter ausbauen. 219 Punkte weist Aalen jetzt auf, gefolgt von Donauwörth (183 Punkte) und Bayreuth (173). Die weiteren Verfolger Königsdorf und Schwäbisch Gmünd liegen mit 159 Punkten schon 14 Zähler hinter Bayreuth zurück.

Für die World-League kann Bayreuth 299,3 km/h werten lassen, weil Heiko Hertrich seinen ersten Urlaubsflug in den französischen Seealpen mit 104,1 km/h beisteuern kann. Damit gelingt der 16. Rundenplatz und 25 Punkte für einen Tabellenstand von nunmehr 272 Punkten und der Sprung auf Platz 5 hinter Aalen (394 Punkte) und den drei US-amerikanischen Mannschaften aus Moriarty (365), Boulder (327) und Minden (274).