Rundenbericht 15/2018

Bundesliga-Führung verloren, Weltliga-Führung gerettet

Ferdinand Hauck

Zwei Runden lang konnte die Luftsportgemeinschaft Bayreuth die Tabellenführung in der 1. Segelflug-Bundeliga halten. Die 15. Runde brachte dann nur 8 Punkte für den 13. Platz ein, bei gleichzeitigem Rundensieg des Luftsportring Aalen. Damit schiebt sich der Titelverteidiger wieder an der LSG vorbei. Die LSG Bayreuth bleibt durch einen Flug in Frankreich aber Weltliga-Führender.

Obwohl sich neun Bayreuther Piloten nach Kräften bemühten, zeigte sich das Wetter weniger kooperativ. Nachdem der Samstag nur mittelmäßige Flüge zuließ, war die Vorhersage für Sonntag eigentlich gut, doch zogen ab dem Mittag viele große Wolkenfelder in das Fluggebiet und schatteten die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch war es für die Segelflieger schwierig die guten Aufwinde zu finden.

Wolfgang Clas, Lothar Schmidt und Bernd Löser hatten mit ihrer Routenwahl anfänglich noch Glück. Alle vier bevorzugten es, unter einer breiten Wolkenstraße noch Südosten bis in den Bayerischen Wald zu fliegen. Nur selten mussten sie kreisend Höhe gewinnen und freuten sich schon über die hohe Geschwindigkeit auf der ersten Teilstrecke. Leider wuchs aber auch diese Aufwindlinie langsam zu großen dunklen Wolkenflächen heran. Es wurde zunehmend langsamer, weil einmal der Aufwind direkt mittig unter den Wolken zu finden war, ein anderes Mal eher am Sonnenrand.

Um trotzdem die Höhe zu halten und einigermaßen sicher zurück nach Bayreuth zu kommen, mussten die Piloten die Geschwindigkeit zurücknehmen und öfter in der Thermik kreisen. Immerhin konnte Clas 108,3 und Schmidt 105,1 km/h zur Mannschaftswertung beisteuern. Löser fiel mit 94,5 km/h etwas zurück.

Inzwischen waren auch Andreas und Georg Baier sowie Friedhelm Lotte und Jan Gerpheide in Bayreuth gestartet. Durch die Funkmeldungen der Kameraden über die schwierig gewordenen Wetterverhältnisse in der Oberpfalz, entschieden sich die später Gestarteten für Flugstrecken entlang des Thüringer Waldes oder Richtung Erzgebirge. Leider waren auch dort die thermischen Bedingungen nicht die Besten. Keiner konnte einen dritten Flug mit über 100 km/h beisteuern. Andreas Baier vervollständigte die Mannschaftswertung mit 96,4 km/h, knapp vor seinem Bruder Georg, der zusammen mit Frank Hegner den Leistungsdoppelsitzer vom Typ DuoDiscus flog.

309,8 km/h beträgt die Summe der drei besten Bayreuther. Da Titelverteidiger Aalen 339,7 km/h verbuchen kann und sich weitere 12 Mannschaften aus ganz Deutschland zwischen die beiden Tabellenführer schoben, führt Aalen nun wieder mit 203 Punkten vor Bayreuth (195). Schwäbisch Gmünd muss als zuvor punktgleicher Zweiter nach Runde 14 einen noch herberen Rückschlag hinnehmen. Obwohl im gleichen Wettergebiet wie Aalen fliegend, kann diese Mannschaft nur 284,1 km/h und Platz 22 erreichen. Dafür gibt es nur einen Punkt für die Tabellensumme von nun 184 Punkten.

International schaut es für Bayreuth besser aus. Heiko Hertrich kann von seinem Urlaubsdomizil im südfranzösischen La Motte du Caire aus eine Schnittgeschwindigkeit von 114 km/h beisteuern. Sein 9:20 Stunden langer Flug führte meist sehr knapp an den Abrisskanten der Berggrate entlang und über mehrere Alpenpässe bis zum Matterhorn. Danach ging es aus fast 4000 Meter Höhe bis kurz vor Nizza und wieder zurück in die Gletscherregion des Parc National des Écrins. Am Abend standen dann 880 Kilometer zu Buche.

Durch diesen Flug von Hertrich verbessert sich die Mannschaftsleistung für die World League auf 327,4 km/h, was für einen vierten Rundenplatz und 37 Punkte reicht. Aalen kann auch diese World-League-Runde gewinnen und 40 Punkte kassieren. Zweiter wird das Seattle Gliding Council aus Washington, USA (336,4 km/h) und Dritter der Flugsportclub Odenwald Walldürn mit nur 0,1 km/h Vorsprung vor Bayreuth. Die drei Punkte Verlust für Bayreuth gegenüber Aalen bedeuten aber nicht den Verlust der Tabellenführung. Noch immer führt die LSG Bayreuth (377 Punkte) in der Weltliga vor Aalen (363) und Moriarty, New Mexico (348).