Rundenbericht 16/2017

Bayreuth bleibt Bundesligadritter

Ferdinand Hauck

Die Bayreuther Bundesligapiloten können trotz eines Rückschlages den dritten Tabellenplatz halten. Nur 4 Punkte gab es in der 16. Runde für den 17. Platz. Schwache Thermik und starker Südwestwind behinderten die sieben angetretenen Piloten bei ihrer Aufgabe, den Vizetitel zu erobern.

Warmluft über Oberfranken ist ein schlechtes Zeichen für die Segelflieger, denn in Warmluft bewegt sich die Luft viel träger von unten nach oben als hinter einer Kaltfront. Entsprechend müssen sich die Segelflieger mit schwächeren Aufwinden begnügen und können dadurch nicht so schnell fliegen. So war es am gesamten Wochenende.

Schnittgeschwindigkeiten von nur 60 bis 80 Stundenkilometern bestimmten den ersten Tag der Runde. Damit konnte die LSG keinen Platz in der oberen Hälfte erreichen. Deshalb hofften die Piloten auf den Sonntag. Aber leider fanden sich nur wenige bereit, einen zweiten Versuch zu starten.

Am erfolgreichsten erledigte das jüngste Mitglied der Flieger-Familie Baier die Aufforderung für einen schnellen Flug. Sebastian Baier fand zwischen Forchheim und Auerbach im Vogtland die schnellste Linie mit 86,0 km/h. Wolfgang Clas wählte einen komplett anderen Flugweg und flog zuerst nach Suhl und anschließend über Bayreuth nach Weiden. 82,8 km/h war seine Ausbeute. Die dritte Wertung für die Mannschaft steuerte Alexander Müller mit seinem samstäglichen Flug bei. Er legte eine eher ungewöhnliche Streckenwahl an den Tag, indem er zuerst bis südlich Dresden flog und dann direkt nach Süden abbog, um schließlich Prag im Osten und Süden zu umrunden. Schwache Aufwinde machten Müller die Sache nicht leicht. Immerhin sind 79,9 km/h die beste Bayreuther Leistung des ersten Tages.

Das Mannschaftsergebnis von 248,8 km/h reicht leider nur für den 17. Rundenplatz. Sieger der Runde wurden ausnahmslos Vereine, die den starken Südwestwind als Hangaufwind entlang des Wiehengebirges und des Ith nutzten. Wie schon in der letzten Runde können die Piloten des Luftsportvereins Rinteln den ersten Platz, diesmal mit hervorragenden 328,5 km/h, erobern. Zweiter werden die Hangflieger aus Celle (355,9) vor den Leverkusenern (344,4), die ebenfalls als Gäste die guten Hangflugbedingungen in Niedersachsen nutzten.

Weil auch die Aufwinde über der schwäbischen Alb und entlang der Bayerischen Alpen nicht so schlecht wie im fränkischen Raum waren, muss Bayreuth ein paar Punkte auf den begehrten Vizetitel abgeben und verliert auch etwas Vorsprung auf Tabellenplatz vier, den nun Königsdorf mit 169 Punkten hält. Bayreuth kann Platz drei mit nun 177 Punkten halten und verfolgt weiterhin Donauwörth mit 190 Punkten. Drei Runden vor Saisonende kann Aalen mit 234 Punkten schon mit den Vorbereitungen zur Meisterfeiern beginnen – nächste Woche kann es bereits so weit sein.

International kann Heiko Hertrich das Bayreuther Ergebnis etwas verbessern. Nach einem Start auf dem kleinen Flugplatz La Motte du Caire in Südfrankreich flog Hertrich entlang der Gebirgskanten zwischen Nizza und Briançon und hatte nur Probleme mit den bald aufziehenden Gewittern. Trotzdem gelang ihm eine Schnittgeschwindigkeit von 110,4 km/h über die Bundesligawertungszeit von 2:30 Stunden. Damit erzielt die Bayreuther Mannschaft 279,3 km/h und einen 24. Rundenplatz in der World-League. Das reicht um den fünften Tabellenplatz mit 289 Punkten zu halten. Erneut gewinnt mit dem Minden Soaring Club aus Nevada ein US-Team die Runde und die drei vor Bayreuth liegenden US-Teams holen langsam auf Tabellenführer Aalen auf.