Rundenbericht 18/2017

Nur einen Punkt für die Bundesliga-Flieger

Ferdinand Hauck

Nur jeweils einen Trostpunkt kann die LSG Bayreuth in der vorletzten Ligarunde für die Bundesliga und die World-League erreichen. Trotzdem können die Oberfranken die Tabellenplätze drei beziehungsweise vier halten und steuern damit auf eine spannende letzte Runde zu.

Während der Samstag mit seinem bedeckten Himmel und den Schauern gar keine Aussicht zum Fliegen bereit hielt, bestand für den Sonntag zumindest die Hoffnung auf Streckenflüge.

Doch das Regengebiet zog zu langsam ab, als dass am Ende der Runde noch große Flüge möglich gewesen wären. Immerhin fanden sich am späten Sonntagnachmittag noch fünf Piloten bereit, ihre Flugzeuge fertig zu machen. Allerdings schafften es nur Alexander Müller und Friedhelm Lotte einen Aufwind in der Nähe des Flugplatzes zu finden, der ihnen einen Streckenflug ermöglichte. Obwohl Lothar Schmidt und Sebastian Baier mehrere Startversuche unternahmen, mussten sie schlussendlich unverrichteter Dinge wieder landen.

Müller und Lotte versuchten, so weit wie möglich dem heranziehenden guten Wetter entgegen zu fliegen. Müller schaffte dies immerhin bis nördlich der Haßberge, wieder zurück nach Kulmbach und nochmals bis Coburg, bis er mangels Höhe und Aufwind seinen Hilfsmotor starten musste. Leider konnte er dadurch auch die Wertungszeit nicht komplett ausnutzen. Trotzdem ist seine Durchschnittsleistung von 75,1 Stundenkilometern exzellent angesichts der schwierigen Wetterbedingungen.

Für Lotte lief es nicht ganz so gut. Schon beim Hinflug hatte er bei Kronach Probleme und musste in sehr schwachen Aufwinden lange ausharren. Bei Coburg entschied er sich zur Rückkehr, um eine Außenlandung in den nassen Äckern und Wiesen zu vermeiden. Zurück in Bayreuth war Lotte klar, dass dieser Flug wohl zu keiner Wertung führen kann, weil die Mindestleistung von 40 km/h nicht erreicht wurde. Da er aber im Anflug auf Bayreuth überraschenderweise doch noch einmal einen kleinen Aufwind fand, beschloss er, einen weiteren Flugschenkel nach Kulmbach und zurück anzuhängen. Groß war für alle die Enttäuschung, als während des Abendessens im Clubheim die Wertungen kamen. Der zentrale Auswertecomputer der Bundesliga spuckte nur 39,4 km/h als Ergebnis aus - 0,6 km/h zu wenig für eine gültige Wertung.

Da kein weiterer Bayreuther etwas beisteuern konnte, verblieben einzig und allein die 75,1 km/h von Müller als Bayreuther Mannschaftsleistung der 18. Bundesligarunde. Dies reichte dann nur für Platz 24 und einen Trostpunkt. Trotzdem kann die LSG den dritten Tabellenplatz halten. Allerdings ist der Abstand zum Vizetitel, den die SFG Donauwörth-Monheim schon feiert, mit 29 Punkten so groß geworden, dass dieses Ziel in der folgenden letzten Runde nicht mehr erreicht werden kann. Leider ist auch der Tabellenvierte, das Segelflugzentrum Königsdorf, näher gerückt und hat nun nur noch 14 Punkte Rückstand. Bayreuth kann in der letzten Runde aus eigener Kraft den Podiumsplatz verteidigen, wenn die LSG mindestens 7 Punkte einfahren kann.

Da international die Mindestleistung nur 20 km/h beträgt, kann Lottes Flug zumindest für die Weltliga gewertet werden. Zusätzlich steuerte wieder Heiko Hertrich einen Flug aus Südfrankreich bei. Hertrich flog bei seinem Urlaubs-Abschiedsflug immerhin 68,98 km/h auf einem 200 km-Flug in den westlichen Alpen.

Somit bringt es die LSG in der World League auf eine volle Mannschaftsstärke von drei Piloten. Jedoch reicht auch die Summe dieser drei Flüge von 183,5 km/h nur für einen 88. Rundenplatz (von 360) und ebenfalls nur einen Trostpunkt. Die LSG kann mit 327 Punkten zumindest Tabellenplatz vier halten. Der Abstand zu Platz drei, den die Soaring Society of Boulder (USA) hält, beträgt nun 12 Punkte. Bei maximal 40 zu vergebenden Punkten in der letzten Runde ist das Ziel, einen Podiumsplatz auch in der Weltliga zu erreichen, für die Bayreuther Mannschaft noch nicht vom Tisch. Allerdings ist auch hier der Abstand zu den Verfolgern wesentlich kleiner geworden. Bis auf Tabellenplatz acht kann Bayreuth noch nach hinten fallen.

Der LSR Aalen hat sich nach dem Bundesliga-Sieg in der letzten Woche nun auch den Titel der World League gesichert. Mit 482 Punkten liegen die Schwaben uneinholbar vor Moriarty Soaring, das den Vizetitel mit 406 Punkten auch schon sicher hat. Damit bleibt der Weltliga-Sieg zum dritten Mal in Folge, nach Bayreuth 2015 und Burgdorf 2016 in Deutschland.