LSG Bayreuth schafft in der World League einen Sprung um fünf Plätze nach oben
Segelfliegen. Während die Bayreuther Segelflieger in der Weltliga mit einem zehnten Rundenplatz einen großen Erfolg erringen konnten, blieb es in der Bundesliga bei nur zwei Flügen und einem vierzehnten Rundenplatz. Grund ist der Beginn der Urlaubssaison – die Flüge der Bayreuther im Ausland zählen nur in der World League.
Die Fliegerfamilie Hertrich startet ab diesem Wochenende wieder in ihrem Urlaubsdomizil La Motte du Caire in den französischen Alpen. Susanne Weisheit-Hertrich machte am Samstag den Anfang: Bei ihrem Flug die Seealpen entlang nach Süden konnte sie das Mittelmeer zumindest erahnen. 89,54 km/h standen am Ende für sie in der Wertung.
Heiko Hertrich ging am Sonnatg ein bisschen weiter: Er flog von La Motte aus bis in unmittelbare Sichtweite des Mittelmeers bei Fayence, von dort wieder 150 km nach Norden bis in den Gletscher-Nationalpark Écrins, um dann noch einmal bis an die Südausläufer der Seealpen zu gelangen. 101,6 km/h standen für diesen Flug am Ende in der Liga-Wertung. Allerdings nicht in der Bundesliga, da hierfür der Startflugplatz in Deutschland liegen muss.
Bei den Daheimgebliebenen machte sich an diesem Wochenende die dünne Personaldicke erneut bemerkbar. Da einige andere aus privaten Gründen verhindert waren, waren Sebastian Baier und Johanna Hausmann die einzigen Streckenflieger am Bindlacher Berg, wo nur am Samstag realistische Chancen für einen Wertungsflug bestanden. Doch für den Start erwischten sie genau eine Phase mit nur geringer Sonneneinstrahlung und mussten frustriert wieder landen.
Somit war die LSG wieder auf die Auswärtigen angewiesen. Sebastians Vater Georg ist momentan als Fluglehrer auf einem Alpenfluglehrgang. Dort flog er am Samstag mit dem Schulflugzeug der LSG vom Typ ASK 21 – das Nonplusultra für die Ausbildung angehender Segelflieger, aber genau deswegen eigentlich ungeeignet für den leistungsorientierten Streckenflug. Im Nahbereich des Staffelsees gelang ihm mit seinem Flugschüler Dietrich Mohr immerhin eine Wertung von 50,18 km/h. Während das Flugzeug schon als Hochzeitskutsche und ähnliches herhalten musste, dürfte es in der nunmehr 25-jährigen Bundesliga-Geschichte das erste Mal gewesen sein, dass dieses Flugzeug tatsächlich in die Bundesliga-Wertung kam.
Schnellster Bayreuther war allerdings erneut Jürgen Schuster. Der Ansbacher Außenposten des Teams hatte am Samstag die wesentlich bessere Ausgangsposition: Von Ansbach flog er zunächst an die Schwäbische Alb bei Gerstetten, anschließend auf Ostkurs entlang der Frankenalb bis an die Südflanke des Großen Arbers. 107,53 km/h führten am Ende die LSG-Wertung dieses Wochenendes in beiden Ligen an.
Für die Bundesliga gab es somit nur die Flüge von Schuster und Georg Baier mit einer Summe von 157,71 km/h. Das reichte nur für einen 14. Rundenplatz und sieben Punkte. Rundensieger wurden die Alpenflieger vom SFZ Königsdorf mit 325,29 km/h, die damit wieder auf sieben Punkte an Tabellenführer Schwarzwald rankommen.
In der Weltliga zählten die Flüge von Schuster, Hertrich und Weisheit-Hertrich mit einer Summe von 298,67 km/h, was an diesem Wochenende dem zehnten Rundenplatz und 31 Punkten entsprach. Diese satte Punkteausbeute spülte die LSG vom 21. auf den 16. Tabellenplatz vor. Rundensieger der World League wurde erneut Tabellenführer Minden Soaring Club aus Nevada, USA mit 446,15 km/h.
Separat existiert auch noch eine Alpenliga, um die dort vom normalen Flachland- und Mittelgebirgsraum verschiedenen Bedingungen zu würdigen. Mit den Flügen von Hertrich, Weisheit-Hertrich und Georg Baier ergatterte Bayreuth dort einen vierten Rundenplatz mit 37 Punkten. Eine Wertung mit Seltenheitswert, doch durch einzelne vorherige Alpenflüge steht Bayreuth in der Tabelle bereits auf einem 33. Rang von 100, und das obwohl die Flieger vom Bindlacher Berg dort eigentlich nicht zu Hause sind.
