LSG Bayreuth schafft Verbesserung trotz mittelmäßiger Bundesliga-Leistung
Segelfliegen. 291,21 km/h und ein ein fünfzehnter Rundenplatz reichen der LSG Bayreuth, um sich in der 1. Bundesliga um einen Tabellenplatz zu verbessern. Angesichts der dünnen Personaldecke ist man am Bindlacher Berg schon froh, wieder drei Piloten in der Wertung zu haben.
Der Samstag war vor Ort wieder geprägt von einer Warmluftlage: Der Temperaturunterschied zwischen den Luftschichten war so gering, dass kaum Aufwinde entstehen konnten. Alle, die ambitioniert gestartet waren, kamen schnell wieder zur Landung.
Etwas besser sah es im Thüringer Wald aus: Johannes Baier konnte in Bayreuths Partnerstadt Rudolstadt starten und sich von dort die Gebirgskette nach Südosten vorarbeiten. Übers Fichtelgebirge hinweg flog er bis zum Sperrgebiet des Radioteleskops Wettzell bei Viechtach im Bayerischen Wald und wieder zurück. 90,09 km/h konnte er dabei als Liga-Wertung herausholen.
Sein Bruder Georg gab dem Sonntag mehr Chancen. Von Bayreuth aus flog er zunächst bis an die Ausläufer der Rhön bei Bad Neustadt, zurück an die Südkante des Fichtelgebirges und dann quer über dieses hinweg bis zum Hofer Flugplatz und noch einmal bis Oberailsfeld in der Fränkischen Schweiz. 85,49 km/h standen am Ende für ihn in der Wertung.
Jürgen Schuster ist aktuell auf einem Wettbewerb im brandenburgischen Lüsse bei Bad Belzig, dem Flugplatz von Bundesliga-Konkurrent FCC Berlin. Die dortige Wettbewerbs-Strecke vom Sonntag führte ihn bis an den Anflugsektor des Flughafens Dresden, an die Nordspitze des Thüringer Waldes, in den östlichen Harz und an Dessau vorbei zur letzten Wende Tangermünde. Eine Wertung von 115,62 km/h belegt, dass es im Nordosten deutlich bessere Bedingungen gab als hierzulande.
Die Summe von 291,21 km/h reicht für einen 15. Rundenplatz und sechs Punkte. Damit kann sich Bayreuth in der Tabelle um einen Platz auf Rang zwölf vorarbeiten.
In der Rundenwertung nach Bayreuth folgt die FG Wolf Hirth aus Kirchheim unter Teck an der Schwäbischen Alb mit einem prominenten Namen: Deren schnellster Pilot des Wochenendes ist der ehemalige Astronaut Ulf Merbold (85) mit 96,39 km/h.
Rundensieger wurde der FSC Odenwlad Walldürn mit 374,29 km/h, Tabellenführer Schwarzwald wird Zweiter.
An der Spitze der World-League-Rundenwertung taucht einmal nicht der Tabellenführer Minden Soaring (Nevada, USA) auf, stattdessen ging die Runde an das Team NUTSO aus Nephi, Utah, USA mit 464,83 km/h. Minden folgt erst als vierter, bleibt aber mit großem Vorsprung an der Spitze der Tabelle.
Die LSG Bayreuth kommt mit den Flügen von Heiko und Ylva Hertrich aus den französischen Seealpen mit jeweils rund 96 km/h auf eine Summe von 309,15 km/h für die Weltliga-Wertung. Schnellster Flug in der LSG-Wertung bleibt der Flug von Schuster aus Lüsse. Bayreuth erhält damit 20 Punkte für einen 21. Rundenplatz. Das genügt, um den 16. Tabellenplatz der Weltliga von aktuell 495 Clubs zu halten.
