Neun Punkte mit niedrigen Schnitten

LSG Bayreuth kann Bundesliga-Rang 12 verteidigen

Segelfliegen. Ein eher mühsames Geschäft war der Streckensegelflug am Wochenende: Nur langsam kamen die Piloten der LSG Bayreuth in der trägen Luftmasse vorwärts. Das Trio aus Klaus Gruber, Sascha Daut und Hans Berr schafft trotzdem 152,96 km/h und erreicht damit neun Punkte für einen zwölften Rundenplatz in der 1. Segelflug-Bundesliga.

Während Samstag in den benachbarten Regionen offenbar der etwas bessere Tag war, ging von Bayreuth aus gar nichts. Stattdessen mussten die LSG-Piloten mit den auch sehr bescheidenen Verhältnissen am Sonntag irgendwie versuchen, doch noch ein paar Punkte zu holen.

Am Bindlacher Berg machten sich Sascha Daut und Hans Berr auf Flugzeugen des Vereins startklar. Doch auch für die beiden dauerte es bis halb drei, bis sie brauchbare Thermik für einen Startversuch vorfinden konnten. Auch dafür wählten sie lieber einen Flugzeugschlepp, der sie direkt in einen Aufwind schleppen konnte, als dass sie auf das Suchspiel nach einem Windenstart setzten.

Berr brachte dabei das Kunststück fertig, eine Minimalwertung der Bundesliga (80 km, entsprechend 40 km/h auf die zwei Wertungsstunden) in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes zu erfliegen. Er hätte somit bei Erschlaffen der Thermik jederzeit wieder am Flugplatz landen können. Sternförmig flog er immer wieder in verschiedene Richtungen und kam schließlich mit 40,84 km/h knapp über das Minimum.

Sascha Daut ließ sich noch fast eine weitere Stunde Zeit und ließ sich dann an den Südrand des Fichtelgebirges schleppen. Mit vielen mühsamen Kreisen in geringem Steigen kam er schließlich bis in den Bereich von Obernsees, wo er nach Norden abbog und von dort aus doch noch bis kurz vor Kronach kam, um am Ende einen relativ entspannten Heimflug antreten zu können. Mit 41,03 km/h war er dennoch nur minimal schneller als Berr.

Von den Außenposten des Teams war dieses Wochenende nur Klaus Gruber in Beilngries am Start. Er flog zunächst die Frankenalb entlang bis in den Bereich von Dinkelsbühl und von dort einmal im großen Bogen um den Brombachsee. Mit 71,09 km/h war er schließlich der schnellste Bayreuther.

Die Summe der drei von 152,96 km/h brachte schließlich einen zwölften Rundenplatz in der 1. Bundesliga mit neun Punkten. Rundensieger wurde zum zweiten Mal in Folge der FSC Odenwald Walldürn mit 348,49 km/h, gefolgt von Donauwörth-Monheim und Ludwigshafen. Tabellenführer Schwarzwald reicht ein vierter Rundenplatz für die Verteidigung der Tabellenspitze aus. Die beiden Verfolger Dettingen/Teck und Königsdorf liegen nun 30 Punkte hinter den Schwarzwäldern. Fünf Runden sind noch zu fliegen.

In der World League steht Tabellenführer Minden Soaring wieder am gewohnten Rundenplatz 1, dieses Mal aber mit „nur“ 377,10 km/h. Walldürn folgt als Rundenzweiter. Bayreuth bekommt für einen 37. Rundenplatz immerhin noch 4 Punkte und verliert damit nur einen Tabellenplatz. Die LSG steht damit nun auf Weltliga-Rang 17 von 505.