Nur zwei Punkte aus dem Wochenende

Streckenflüge der Bayreuther Segelflieger reichen nur zu Rundenplatz 19 in der 1. Bundesliga

Segelfliegen. In der sechsten Runde der Segelflug-Bundesliga kamen die Bayreuther über einen neunzehnten Rundenplatz nicht hinaus. Die Flüge von Heiko Hertrich, Georg und Johannes Baier ergaben zusammen nur 232,01 km/h. Immerhin bleibt das Wiederaufsteiger-Team damit weiterhin in den Top Ten der 1. Bundesliga.

Der Schaden an der Winde schränkt die Bayreuther Segelflieger weiterhin ein, so dass einige Piloten Ausweichflugplätze benutzten. Heiko Hertrich startete dieses Mal in Bad Kissingen und flog von dort aus sehr kleinräumig zwischen Rhön und Thüringer Wald. 71,96 km/h standen am Ende für ihn in der Wertung. Johannes Baier agierte schon oft von Bayreuths Partnerstadt Rudolstadt aus, flog von dort zunächst nach Gera, weiter nach Greiz, um schließlich ebenfalls am Thüringer Wald im näheren Umkreis von Rudolstadt die besten Bedingungen anzutreffen. Mit 75,92 war er auf der Nordseite des Thüringer Waldes etwas schneller als Hertrich auf der Südseite.

Diese beiden Flüge vom Samstag wurden jedoch schließlich am Sonntag von Johannes’ Bruder Georg Baier getoppt, der als einziger Streckenpilot per Flugzeugschlepp vom Bindlacher Berg startete. Sein Flugweg ging zunächst über Bamberg hinaus nach Westen, um von dort aus mit Rückenwind zurück ins Fichtelgebirge zu gelangen. Gegen den Wind arbeitete er sich nochmals bis Hollfeld vor, um anschließend noch einmal den Rückenwind bis zur Kleinen Kösseine bei Wunsiedel zu nutzen. Mit 84,14 km/h wurde Georg Baier auf diese Weise zum schnellsten Bayreuther des Wochenendes.

Die Summe von 232,01 km/h reichte jedoch nicht für mehr als den 19. Rundenplatz der 1. Bundesliga, womit Bayreuth auf Platz 10 der Tabelle zurück fällt. Rundensieger wurde der FSC Odenwald Walldürn. Die Walldürner konnten den Raum zwischen Pfälzer Wald und Fichtelgebirge quasi entgegen gesetzt und weiter nach Westen ausnutzen und waren auf diese Wiese mit 362,42 km/h deutlich schneller als die Bayreuther. Außer Hersbruck mit 312,81 km/h (Rundenfünfter mit ebenfalls sehr weit nach Westen reichenden Flugwegen) waren die regionalen Konkurrenten aber auch nicht mit Spitzenergebenissen gesegnet. Bamberg (21.) und Schwandorf (26.) landeten sogar hinter Bayreuth. Der zweite und dritte Rundenplatz gingen dagegen an die Schwäbische Alb nach Dettingen und Laichingen. Gesamtführender bleibt weiterhin das SFZ Königsdorf, der LSV Schwarzwald rückt aber auf zwei Punkte heran.

In der Weltliga reichen die 232,01 km/h erstaunlicherweise noch für Rundenplatz 35 und 5 zusätzliche Zähler. Damit steht Bayreuth nun auf Platz 20 von 442 Vereinen aus aller Welt. Rundensieger wurde erneut der Tabellenführer und Titelverteidiger Minden Soaring Club aus Nevada, USA mit überragenden 456,01 km/h. Allein der Samstags-Flug von Jim Payne in der Leewelle der Sierra Nevada ging mit sagenhaften 177,40 km/h in die Wertung ein. Vor Verrechnung des Flugzeugtyps entsprach das einer Rohleistung von 202,68 km/h, entsprechend einer Strecke von 405,35 km in den zwei gewerteten Stunden – und das ganz ohne Motor!