Nur zwei Bundesliga-Flüge am Hitzewochenende

LSG Bayreuth nun auf 13. Tabellenplatz der 1. Bundesliga

Segelfliegen. Wegen des Tags der offenen Tür am Bayreuther Flugplatz waren viele LSG-Piloten am Boden gebunden: Samstags für den Aufbau, Sonntags für das Publikum. Immerhin konnte die Außenstelle Ansbach punkten und Georg Baier durfte nach seinem Einsatz als Fluglehrer auch zu einem Streckenflug starten. Beide zusammen waren schnell genug, um Bayreuth zumindest sieben Bundesliga-Punkte zu retten.

Veranstaltungen wie die Bayreuth-Wettbewerbe oder jetzt der Tag der offenen Tür sind für die Bayreuther Segelflieger immer ein Spagat: Einerseits braucht das Team die Veranstaltungen, um Nachwuchs zu gewinnen, andererseits sind eigene Streckenflüge an diesen Tagen immer etwas schwierig, weil alle zusammen helfen müssen.

Zumindest einen Bundesliga-Flug musste es aber geben, um einen Punkt abzusichern. Georg Baier hat am Samstag vormittag zunächst die anwesenden Flugschüler geschult und durfte dafür am Nachmittag zu einem Bundesliga-Flug starten. Nach einem ersten Schenkel bis Strullendorf bei Bamberg wendete er den Flieger in den Wind und nahm von dort Kurs aufs Erzgebirge. An der Talsperre Carlsfeld bei Johanngeorgenstadt hat er schließlich das östliche Ende seine Strecke erreicht und kehrte mit einer Wertung von 105,94 km/h heim.

Ebenfalls aktiv war die LSG-Außenstelle Ansbach in Gestalt von Jürgen Schuster. Via Kitzingen und Bamberg musste er zunächst den Anflugsektor des Nürnberger Flughafens außen umfliegen, um dann zunächst einen Abstecher in den Frankenwald (Nordhalben) zu machen. Doch das Erzgebrige schien auch aus seiner Sicht die bessere Figur zu machen, so dass er ebenfalls bis zur Talsperre Carlsfeld flog. Seine besten zwei Stunden beganennen jedoch erst, als er von dort nach Süden abbog. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze ging es für ihn bis zum Großen Arber im Bayerischen Wald und von dort auf konsequentem Westkurs heim nach Ansbach. Mit 113,46 km/h war er dann auch etwas schneller als Baier. Zusammen kamen die beiden auf 219,40 km/h, was in dieser Runde für den 14. Rundenplatz und sieben Punkte reichen. Damit fällt die LSG Bayreuth zwar aus den Top Ten und ist nun 13. der 1. Bundesliga, aber es hätte weitaus schlimmer kommen können, wenn mehr Vereine drei Piloten los geschickt hätten. Die große Hitze sorgte aber offenbar selbst in der 1. Budnesliga für Zurückhaltung, so dass nur zehn der 30 Vereine drei Wertungen vorweisen können. In der ganzen ersten Liga gab es trotz brauchbarer Thermik nur 49 Flüge von 22 Vereinen.

Bundesweit standen die besten Aufwinde offenbar am Schwarzwald: Rundensieger wurde die FG Leibertingen mit hervorragenden 408,82 km/h – alle drei im Schwarzwald erflogenen Wertungen lagen bei über über 130 km/h, die beste bei für deutsche Verhältnisse herausragenden 146,70. Nicht viel langsamer war der Tabellenführer LSV Schwarzwald mit 393,54 km/h. Auch der Rundendritte, die FLG Dettingen/Teck flog seine Wertungen am Schwarzwald. Auf den Plätzen vier bis sechs folgen jedoch mit Lichtenfels, Ottengrüner Heide (Helmbrechts) und Walldürn drei fränkische Vereine.

International reichte es auch für die am Schwarzwald fliegenden Vereine nicht ganz zur Spitze: Tabellenführer und Titelverteidiger Minden Soaring Club aus Nevada, USA gewann die Weltliga-Runde mit konkurrenzlosen 575,47 Km/h. Jim Payne knackte dabei die Marke von 200 km/h. An der kalifornischen Sierra Nevada erflog er eine Fabelwertung von 204,33 km/h. Vor Verrechnung des Flugzeugtyps waren es unbeschreibliche 233,45 km/h: 466,9 km Strecke in den besten 2 Stunden seines Fluges – und das nur mit der Kraft von Aufwinden, ganz ohne Motor.

Der deutsche Zweitligist FG Freudenstadt, ebenfalls aus dem Schwarzwald, kam mit 412,33 km/h auf den zweiten Rundenplatz weltweit. Bayreuth bekommt für einen 23. Rundenplatz immerhin noch 18 Punkte und kann dadurch seinen 21. Tabellenplatz halten. Dass in dieser Runde insgesamt nur 140 Vereine angetreten sind, und davon nur 27 drei gewertete Flüge vorweisen können, zeigt aber auch, dass offenbar viele europäische Piloten wegen der Hitze lieber am Boden geblieben sind.