LSG Bayreuth zurück in den deutschen Top Ten
Segelfliegen. Bundesliga-Runde 13 hat den Bayreuthern einen Glücksmoment beschert: Mit einer Summe von 275,70 km/h kommen die Segelflieger der LSG auf den sechsten Rundenplatz der 1. Bundesliga und den elften der Weltliga. In beiden Tabellen geht es dadurch spürbar nach oben.
Dabei waren es wieder die Außenposten, die Bayreuth schnell gemacht haben: Klaus Gruber mit Startflugplatz Beilngries und Jürgen Schuster mit Startflugplatz Jena lagen über 100 km/h. Georg Baier, der es vom thermisch erneut schwierigeren Bayreuth aus probiert hat, kam als drittschnellster nur auf 64,79 km/h.
Schuster gastiert derzeit auf dem JenaCup, dessen Wettbewerbsaufgabe vom Samstag ihn von dort nach Osten zu den Wendepunkten Priestewitz und Elsterwerda, also in den Raum zwischen Leipzig und Dresden, geführt hat. Mit einem Tagessieg erwischte er den denkbar besten Start in den JenaCup, für die Liga-Wertungen standen abends 102,82 km/h als Nebenprodukt im Wertungsportal onlinecontest.org.
Klaus Gruber und Georg Baier nutzten stattdessen den Sonntag für ihre Flüge. Gruber startete an seinem Wohnort Beilngries, flog ein kurzes Stück Richtung Weißenburg, um schließlich auf Ostkurs bis Roding im Landkreis Cham zu fliegen. Mit Rückenwind absolvierte er dieses lange Teilstück mit beachtlichen 148 km/h. Allerdings wirkt die Chamer Senke auf dieser Kurslinie immer wie eine natürliche Barriere mit bekannten Abwinden, so dass er den Rückenwindschenkel nicht weiter fortsetzen wollte. Gegen den Wind nahm er anschließend Kurs auf Eichstätt, um schließlich noch einen Rückenwind-Zacken bis kurz vor Kelheim einzubauen. Mit 108,09 km/h war er schließlich der schnellste Bayreuther dieses Wochenendes.
In Bayreuth war die Luftmasse erneut merklich träger, viele Piloten hatten Mühe überhaupt aus dem unteren Bereichen in streckenflugtaugliche Höhen zu kommen. Auch Georg Baier landete nach seinem ersten Start schnell wieder, ließ sich aber nicht entmutigen und versuchte es ein zweites Mal. Zunächst ging es für ihn gegen den Wind bis Königsfeld nach Westen. Die Wende in den Rückenwind hinein ist in der Auswertung deutlich zu sehen: Flog er das Stück bis Königsfeld mit 55 km/h, erreichte er auf dem folgenden Teilstück bis zum Waldstein im Fichtelgebirge mit 105 km/h fast die doppelte Geschwindigkeit. Am Ende waren es, nach Verrechnung des Flugzeugtyps, aber insgesamt doch nur 64,79 km/h über die schnellsten zwei Stunden.
Die Summe von 275,70 reicht an diesem Wochenende für einen beachtlichen sechsten Rundenplatz in der 1. Bundesliga für die LSG Bayreuth. Damit erhält der Wiederaufsteiger 15 Punkte und findet sich nun auf Tabellenplatz 10 wieder. Vier Runden sind noch zu fliegen.
Rundensieger wurde der Tabellenzweite FLG Dettingen/Teck von der Schwäbischen Alb mit 408,19 km/h. Auch die auf Rundenplatz zwei folgenden Donauwörther nutzten hervorragende Verhältnisse auf der Schwäbischen Alb. Danach folgen jedoch Walldürn und Steinwald, die dieses Wochenende beide in Erbendorf starteten und das Wettersystem in Ostbayern etwas besser erwischt haben als die Bayreuther. Mit Bamberg, Hersbruck und Weiden folgen auf den Plätzen 8, 10 und 11 allerdings auch langsamere nordbayerische Konkurrenten.
In der Weltliga entsprechen 275,70 km/h Rundenplatz 11 mit 30 Punkten. Entsprechend kann sich Bayreuth auch hier um zwei Tabellenplätze auf den 15. Rang verbessern. Rundensieger wurde erneut Tabellenführer Minden Soaring aus dem US-Bundesstaat Nevada mit 461,13 km/h, gefolgt von Dettingen/Teck. Wie in den Jahren zuvor ist die einzig offene Frage eigentlich nur noch, an welchem Wochenende die Mindener den Weltliga-Sieg dieses Jahr klar machen.
