Bayreuther Segelflieger Rundenzwölfter, Lichtenfels Rundensieger
Segelfliegen. Das vergangene Wochenende zeigte den Segelfliegern der Region wieder auf, wie unterschiedlich das Wetter auf den einzelnen Flugwegen sein kann und wie schwer zu prognostizieren. Während Lichtenfels Rundensieger der 1. Bundesliga wurde, gab es aus Bayreuth nur einen Flug über 100 km/h. Aber auch bei den anderen sechs nordbayerischen Erstligisten fielen die Wertungen sehr unterschiedlich aus. Immerhin reicht es für einen Verbleib der LSG in den Top Ten.
Für Bayreuth kam hinzu, dass einige Piloten derzeit auf Wettbewerben in anderen Teilen Deutschlands sind, das gute Wetter in der Heimatregion also nicht nutzen konnten. Für die Taktik, in mehrere Richtungen auszuschwärmen und sich dann über Funk gegenseitig zu informieren, reichte die Teamstärke vor Ort dieses Wochenende gar nicht aus.
Sebastian Baier startete schließlich am Samstag gegen halb zwei am Bindlacher Berg und nahm Kurs auf den Thüringer Wald. Nördlich von Kronach wendete er bereits und flog einen Abstecher bis zum Flughafen Hof. Von dort nahm er noch einmal den Wendepunkt nördlich von Kronach ins Visier und folgte der Gebirgskette anschließend Richtung Südosten bis zum Eixendorfer Stausee im Oberpfälzer Wald. 108,79 km/h standen für Baier schließlich in der Wertung
Die Bayreuther Fliegerfamilie Hertrich fliegt momentan mit ihren beiden Doppelsitzern im brandenburgischen Bronkow um den Spreewaldpokal. Die Aufgabe vom Samstag führte die dortigen Teilnehmer zunächst durch das südliche Brandenburg und dann ein gutes Stück nach Polen, mit der äußersten Wende Przemków in Niederschlesien.
Der Teamflug der Bayreuther klappte so gut, dass in der Bundesliga-Wertung nur 0,02 km/h Unterschied zwischen den beiden Flugzeugen lag, mit leichtem Vorteil für Ylva Hertrich (87,09 km/h) vor ihrem Vater Heiko (87,07 km/h).
Die Summe von 282,95 km/h reichte in dieser Woche nur für einen zwölften Rundenplatz. Dass mehr rauszuholen war, zeigten die Nachbarn vom AC Lichtenfels als Rundensieger mit 343,43 km/h. Zwei der drei Lichtenfelser Flüge waren jedoch auf dem Niveau von Sebastian Baier. Ausschlaggebend für den Rundensieg war schließlich die Leistung von Philipp Lauer, der den Thüringer Wald weiter nordwestlich abritt und dabei offenkundig die mit Abstand beste Linie der gesamten Liga gefunden hat. Mit Walldürn und Bamberg folgen zwei Clubs, die ebenfalls den Thüringer Wald nutzen konnten, auch hier war jeweils nur ein Flug schneller als der von Sebastian Baier. Auch die anderen nordbayerischen Clubs Ottengrüner Heide (6.), Hersbruck (8.), Weiden (10.), Schwandorf (13.) und Steinwald (17.) platzieren sich rund um das Bayreuther Ergebnis.
Für den Tabellenstand war das jedoch nicht hilfreich: In der Tabelle fällt die LSG Bayreuth mit dem Ergebnis dieser Runde von Rang sechs auf Platz neun.
International kann der Minden Soaring Club aus Nevada, USA einen erneuten Rundensieg mit 424,41 km/h verbuchen und sichert sich damit die alleinige Tabellenführung der World League (Vorwoche punktgleich mit Königsdorf). Bayreuth wird 25. der Runde und sinkt damit in der Weltliga-Tabelle um drei Plätze nach unten auf den nunmehr 12. Rang von 402 Segelflugvereinen aus aller Welt.
